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Geschichte der Kur- und Hauptstadt Brandenburg von den frühesten bis auf die neuesten Zeiten : Mit Benutzung des Stadt- und Stiftsarchives und anderer gedruckter und ungedruckter Urkunden / Von M. W. Heffter, Königl. Professor und Prorector am Gymnasio zu Brandenburg ...
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ſeines Oheims hört, paßt er eine Zeit ab, wo Albrecht gerade fern iſt von ſeinen Landen und ſich nichts weniger denn eines Angriffs gewaͤrtigt. Er ſammelt ein ſtarkes Heer, rückt dami

vor Brandenburg und bringt es durch Beſtechung der Beſatzung

wohl nur oder zumeiſt der Slaven dahin, daß ihm der Platz übergeben wird. Es war im Jahre 1156. Von dem ſichern Schlupfwinkel aus thun die Heiden den Chriſten empfindlichen Schaden. Albrecht laͤßt ſich jetzt die Brandenburgiſche Erbſchaft zur groͤßern Sicherheit wohl von neuem beftätigen, und zwar durch Friedrich J.(1)(1152 1190); dann war er ſchnell bei er Hand, ruͤſtete ein Heer, bot feine naͤchſten Nachbarn, als den Erzbiſchof Wichmann von Magdeburg und andere Edle, auf, zog mit ihnen vor die Feſte Brandenburg, und indem er ſie zu Schiffe von drei Seiten angriff, erlitt er zwar manchen herben Verluſt(2), eroberte ſie aber doch wieder(1157). Jazco ſoll entkommen, bei Spandau noch ein Mal geſchlagen und in Folge feiner gluͤcklichen Flucht über die Havel Chriſt geworden fein. Das war der letzte blutige Streit um Brandenburg. Der Kampf hatte nicht weniger denn 235 Jahre gewährt: ſieben Mal war der Ort durch Waffengewalt, zwei Mal durch Ver rath an die Deutſchen übergegangen: es war Zeit, daß dem bluz tigen Drama ein Ziel geſetzt wurde. Von nun an ſtoͤrt Albrech­ten nichts mehr im Beſitze der Feſte. Er beginnt mit kraͤftiger Hand die Reformen, durch welche fie völlig germaniſirt und chriſtlich wird, und damit geht Brandenburg einem neuen, hoͤchſt bedeutungsvollen Wendepunkte ſeines Schickſales entgegen.

cr

Entzelt a. a. O.

So endete z. B. der Graf Werner von Veltheim mit vielen ſeiner Genoſſen unter den Streichen der Feinde in einem Schiffe. S. v. Raumer's Reg. S. 209. Nr. 1250. Vergl. Gercken Stiftshiſtorie. S. 348.

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