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Geschichte der Kur- und Hauptstadt Brandenburg von den frühesten bis auf die neuesten Zeiten : Mit Benutzung des Stadt- und Stiftsarchives und anderer gedruckter und ungedruckter Urkunden / Von M. W. Heffter, Königl. Professor und Prorector am Gymnasio zu Brandenburg ...
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Seitdem iſt Brandenburg dem Deutſchen Reiche einverleibt. Zugleich kam es, weil ſich mittler Weile die Erblichkeit der fuͤrſt­lichen Würden und Länder entwickelte, auf die Dauer an die erlauchte Familie des Ascaniſchen Hauſes, durch deren treue Fuͤrſorge und ausgezeichnete Regententugenden es einer ſchoͤnern Periode entgegenging, während die perſoͤnliche Einwirkung der Kaiſer auf die hieſige Gegend je mehr und mehr abnahm, theils weil fie bei dem Erblichwerden der Macht der kleinern Fuͤrſten überfluͤſſig wurde, theils weil von nun an ſich die Kaiſer mehr nach dem Suͤden unſeres Vaterlandes hingezogen fuͤhlten, dem ſie naͤher, ſchon ſelbſt ihrer Abkunft nach, angehoͤrten. Der Norden blieb ſeitdem mehr ſich uͤberlaſſen: ein Umſtand, der auf die nachmalige Geſtaltung der politiſchen Verhaͤltniſſe hie ſelbſt weſentlichen Einfluß geaͤußert hat: die kleinern Deutſchen Fuͤrſten, unter ihnen die Askanier, wurden ſelbſtſtaͤndiger. Da her wir auch von nun an die Perſoͤnlichkeit der Kaiſer wenig oder gar nicht mehr zu beachten haben, in deſto groͤßerm Maße die der Markgrafen und Kurfuͤrſten.

Ehe Albrecht ſein neues Beſitzthum in Ruhe genießen konn te, mußte er noch ein Mal ſeine Tapferkeit erproben. Er hatte naͤmlich zwar eine Beſatzung nach Brandenburg gelegt, ſelbige aber aus Sachſen und Slaven zuſammengeſetzt. Dieſe Unvorſich­tigkeit beſtrafte ſich nur zu bald. Pribislav hatte einen Schwe ſterſohn hinterlaſſen, welcher in der Nachbarſchaft von Branden­burg und zwar hoͤchſt wahrſcheinlich in Koͤpenik reſidirte. Dieſer war noch Heide, ſein Name Jazco. Als der von dem Tode

Ledebur's Allgem. Archiv. Bd. XIII. S. 162 f. Der Verfaſſer trifft den rechten Punkt und zweifelt doch an der Ächtheit der Urkunde! Ihm ſtimmt hierin mit Unrecht v. Raumer bei(Reg. S. 231. Nr. 1385.) Man vgl. Riedel in v. Ledebur's Neuem Archiv 4. a. O. S. 38 ff. Merkwuͤrdig find in obiger Beziehung auch die Worte des Markgra­fen Ludwig in einer Urkunde der Stadt Brandenburg vom Jahre 1324 (gedruckt bei Gercken: Fragm. march. III. S. 50.): Brandenborch, a qua noster principatus traxit originem, in qua etiam officium Ar­chicamerariae Sacri Imperii, qua Elector imperii dieimur et su­mus, prineipaliter radicatur. Vgl. v. Raumer: uͤber die aͤltere Verfaſſung. S. 38 f. Note nut).