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Geschichte der Kur- und Hauptstadt Brandenburg von den frühesten bis auf die neuesten Zeiten : Mit Benutzung des Stadt- und Stiftsarchives und anderer gedruckter und ungedruckter Urkunden / Von M. W. Heffter, Königl. Professor und Prorector am Gymnasio zu Brandenburg ...
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die Johanneiſche. Von dieſer waren aber nur noch zwei Glieder am Leben: der oben erwähnte Woldemar und der unmuͤndige Sohn Heinrichs III.(ohne Land), Heinrich V. Für's erſte war der letztere wohl noch von der Theilnahme an der Regierung aus­geſchloſſen: wir finden wenigſtens nur den erſten in den Urkun­den aus dieſer Zeit. Woldemar nun war es, der 1316 an Ni­colaus und Johann von Steinhaus, Buͤrger aus der Neuſtadt, für 6 Mark Brandenburgiſch Geld und Gewicht, 7 Pfund und 14chillinge Geld und 2 Wispel Salz aus dem Zolle zu Bran­denburg alljährlich zu erheben(*), und 1319 der Stadt ſelbſt fuͤr 273 Mark Silber das Dorf Stenow, die Straße oder den (kleinen Dom) Kiez, damals Woltitz(2) genannt, und den Krug in Cracow, mit allem, was dazu gehörig, verkaufte(2), wo­durch dieſelbe von neuem in den Beſitz einer Feldmark(der zwei­ten) kam, welche ihr ſeitdem noch mehr den Vortheil des Acker­baues gewaͤhrte.

Woldemar indeſſen regierte ebenfalls nur kurze Zeit: er ſtarb noch in demſelben 1319ten Jahre. Die Vormundſchaft aber des unmuͤndigen letzten Sproͤßlings aus dem Ascaniſchen Haufe uͤber­nahm nächft feiner Mutter Agnes fein Großoheim, der Herzog Rudolph von Sachfen= Wittenberg, Doch bevor wir erzaͤhlen, was unter deren Herrſchaft geſchehen, wollen wir noch die Ge­ſchichte des Stiftes aus dieſer Zeit nachholen.

Im Jahre 1269 uͤbereigneten ihm die Markgrafen Johann J., Otto IV. und Konrad J. mit Bewilligung des Biſchofs Heinrich von Oſtheren(1261 1278) die Kirche und das Kirchlehn im Dorfe Riez und den dazu gehörigen. Ortſchaften Peſſin und Sel­velang(), und ein gewiſſer Alverich in Milow die Pfarrkirche daſelbſt ſammt dem Kirchlehn(9. Außerdem gab ihm der Bi­

) Die ungedr. Urk. im Stadt⸗ und Domarchiv(vgl. Copiar. antiq. p. 143 s.).

2) Vgl. oben S. 161. Not. 3.

) S. die ungedr. Urk. im Stadtarchiv.;

) S. die ungedr. Urk. im Domarchiv. Copiar. antiq. p. 35 ad. Über­dieß vergl. man hier und uͤber das Andere Gerckens Stifth. S. 124 ff. nebſt den dazu gehörigen Urkunden.

) S. die ungedr. Urk. im Domarchiv. Copiar. nov. I. p. 506,