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Geschichte der Kur- und Hauptstadt Brandenburg von den frühesten bis auf die neuesten Zeiten : Mit Benutzung des Stadt- und Stiftsarchives und anderer gedruckter und ungedruckter Urkunden / Von M. W. Heffter, Königl. Professor und Prorector am Gymnasio zu Brandenburg ...
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doch bei feiner Familie bliebe, verlieh er Friedrichen die nächfte Anwartſchaft darauf. Die maͤrkiſchen Staͤdte mußten demſel­ben, als dem etwanigen kuͤnftigen Nachfolger ihres gegenwaͤrti­gen Landesherrn, eine Erbhuldigung leiſten; dafür gab er ihnen (auch unſerer Neuſtadt) im genannten Jahre die Verſicherung, fie bei ihren Privilegien zu erhalten und zu ſchuͤtzen(1). Lud­wig blieb indeß am Leben: Friedrich iſt nie in den Beſitz ge­kommen.

Aus der fernern Regierung Ludwigs d. a. haben wir noch folgende auf Brandenburg ſich beziehende Vorgänge zu erwaͤh­nen. Das Stift, was der Zeit nach uns zuerſt begegnet, be­kam 1329 von ſeinem Biſchofe Ludwig(von Neuendorf 1328 1347) das Patronatsrecht über die Kirche im Dorfe Groß-⸗Lu­bars(2). Kurz darauf erhielt es eine Taxe über das, was eine jede der dem Capitel untergebenen ſechzehn Pfarrkirchen jaͤhrlich dem Biſchofe fuͤr die Viſitation zu zahlen habe: unter dieſen befindet ſich die Katharinenkirche mit 12 Stuͤck(frustis). 1333 fundirte ein Domherr Rothe und feine Bruͤder in der Ka­thedrale den Altar des heiligen Auguſtinus(2). Die vielen Schul­den, durch welche das Stift zu jener Zeit bedruͤckt wurde, ver­anlaßten die Domherren 1335 den Hof(ſonſt ein Dorf) Goͤrne mit den zwei dazu gehörigen Seen an die Altſtadt, andere Grunde die in Sachſen gelegenen Schloͤſſer Elvenow und Gottow an Ru dolph von Sachſen zu verkaufen. Dagegen erwarb es 1331 eine Rente aus der Fiſcherei bei Pritzerbe und 1340 einen See

Den Altſtaͤdtern gewährten 1335 die Einwohner von Kieritz

) Die urk. im ſtaͤdt. Archiv; und daß ſie ſich hier befindet, zeigt, daß nicht Neu⸗Brandenburg im Mecklenburgiſchen zu verſtehen ſei, wie Buchholtz(I. S. 422.) meint. Auch die Jahreszahl gibt dieſer Hiſtoriker falſch. Gleichlautende Erlaſſe ergingen an Berlin(Buch­holtz. V. Anh. S. 49 f.) und Prenzlau(Seckt's Geſch. Prenzlau's J. S. 179.) und fo wahrſcheinlich an alle Städte der Mark.

) Die Beweisſtellen zu dieſem und dem Folgenden gibt meiſt Gercken's Stiftshiſt. S. 152 ff. nebſt den betreff. Urkunden.

) S. die Inſchrift bei Gareaeus p. 311.

) S. Gercken Appendix No. 4.

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