Druckschrift 
Geschichte der Kur- und Hauptstadt Brandenburg von den frühesten bis auf die neuesten Zeiten : Mit Benutzung des Stadt- und Stiftsarchives und anderer gedruckter und ungedruckter Urkunden / Von M. W. Heffter, Königl. Professor und Prorector am Gymnasio zu Brandenburg ...
Entstehung
Seite
211
Einzelbild herunterladen

211

vereinet ſturzen ſich auf den Feind beim Dorfe Bzſchetzſchnow, ſchlagen ihn in die Flucht und treiben ihn über die Grenze. Als man mit dieſem fertig iſt, glaubt man den Verraͤther im Lande ſelbſt, den Anſtifter des Unheiles, den Biſchof von Les bus, züchtigen zu müſſen. Zur Nachtzeit ruckt Erich von Wul­kow mit feinen Mannen, insbeſondere mit den Bürgern aus Frankfurt und Brandenburg, unvermuthet vor die Reſidenz des geiſtlichen Herrn, vor die Stadt Goritz, nimmt ihn vielleicht ſo­gar gefangen, zerſtoͤrt den Ort und die daſige Kathedrale. Auch die Pfarrkirchen in Frankfurt, das biſchoͤfliche Wohnhaus da ſelbſt, und andere der Geiſtlichkeit gehörige Wohngebaͤude, zum Theil von großem Werthe, ſollen bei dieſer Gelegenheit in Aſche gelegt worden fein. Zugleich wurden auch die dem Bisthum un­tergebenen Inhaber jener Haͤuſer und die Einwohner des Staͤdt chens Seelow und der benachbarten Stiftsdoͤrfer ziemlich un glimpflich behandelt. Die Folge hiervon war, daß der Biſchof, als er wieder etwas Luft bekam, wegen der angerichteten Ver wuͤſtungen nebſt den Bürgern in Frankfurt auch die in der Alt­und Neuſtadt Brandenburg in den Bann that, und ſie blieben in demſelben die erſtern bis 1334, die letztern bis 1335. Erſt in dieſem Jahre erließ der Biſchof Stephan, von Berlin aus, ein Schreiben an den Brandenburger Biſchof, worin er ihm be kannt machte, daß er ſich mit dem Mathe und der Burgerge­meinde der Alt- und Neuſtadt Brandenburg guͤtlich vertragen, ſie von dem Banne geloͤſt und die Pfarrer angewieſen habe, daß fie alle diejenigen Burger in den beiden Städten, welche in eig: ner Perſon an jenen Verheerungen in ſeinem Sprengel Theil ge­nommen hätten, nach gethaner Buͤßung losſprechen ſollten durch Auflegung der Haͤnde(*). Zehn Jahre alſo hatte der Bann auf beiden Staͤdten gelaſtet.

Um das Jahr 1327 vermaͤhlte der Kaiſer ſein zweites Kind, die Prinzeſſin Mechtilde, in noch ziemlich zarter Jugend mit dem Markgrafen Friedrich von Meißen, und weil er wuͤnſchen mochte, daß die Mark im Falle des Abſterbens feines aͤltern Sohnes

) S. Gercken's Stiftsh. 0. Dieſe Urk. erhält erſt durch das Obige

Licht, fo wie ſie umgekehrt wieder zur Beſtaͤtigung dient.