Druckschrift 
Geschichte der Kur- und Hauptstadt Brandenburg von den frühesten bis auf die neuesten Zeiten : Mit Benutzung des Stadt- und Stiftsarchives und anderer gedruckter und ungedruckter Urkunden / Von M. W. Heffter, Königl. Professor und Prorector am Gymnasio zu Brandenburg ...
Entstehung
Seite
402
Einzelbild herunterladen

»den.« Der Verewigte hat ſich durch dieſe Stiftung ein großes Verdienſt erworben, das um ſo hoͤher anzuſchlagen iſt, je weniger man in jener Periode im Allgemeinen dieſe herrlichen Wiſſenſchaf ten zu ſchaͤtzen und zu würdigen verſtand. Die neuſtaͤdtiſche Buͤr gerſchaft legte, um ihrerſeits auch etwas beizutragen, ein Stück Wieſe zu.

Mittler Weile war aber das etwa 300 Jahr alte Gebaͤude des Lyceums ſo baufaͤllig geworden, daß es 1784 nicht mehr ohne Gefahr betreten werden konnte. Die Anſtalt wurde alſo in ein Privathaus verlegt. Ein Neubau war unumgaͤnglich. Nun iſt freilich die Caſſe der Katharinenkirche eigentlich verpflichtet, die Koſten fuͤr das Außere der Anſtalt herzugeben; indeſſen ſie hat zu wenig Vermoͤgen und kann kaum fuͤr die Kirche die noͤthigen Ausgaben beſtreiten. Man bat alſo den König um eine Bei ſteuer. Friedrich verwies zur Geduld und ſtarb leider! bald darauf(den 17. Auguſt 1786).

Ihm, dem wahrhaft Großen, dem Einzigen, deſſen ſich noch manche Bewohner Brandenburgs erinnern, wie er ſo oft hier durch nach Magdeburg zur Revue gefahren iſt, wie er mit ſeinen blitzenden, Alles durchbohrenden Augen umhergeſchauet, wie er die in ihrer Pflichterfüllung Laͤſſigen geſcholten, die Braven be lobt, wie er feinen»alten Freund und Waffengenoſſen« Fouque, den er zum Dompropſt hierſelbſt ernannt hatte, beſucht und mit zaͤrtlicher Liebe umfangen hat(*), ihm brachte man auch in Brandenburg eine angemeſſene Todtenfeier. Es ward ein feier licher Trauerzug(den 17. September) veranſtaltet, der vom neuſtaͤdtiſchen Rathhauſe anhub und durch die Stein- und Kur ſtraße nach der St. Katharinenkirche ging, wo eine Trauermuſik aufgeführt und eine Leichenrede gehalten wurde. Mit ihm war ja ein Stern erſter Größe untergegangen!

Ihm folgte fein Neffe Friedrich Wilhelm II. Dieſer bewies gleich im erſten Jahre eine großmuͤthige Theilnahme dem Fort beſtehen der hieſigen Ritterſchule: er bedachte fie mit einer jaͤhr lichen Rente von 2000 Thlrn. an. 1787 ward ihm bei ſeiner

) Vgl. Preuß: Friedrich der Große mit ſeinen Verwandten u. Freun­den. S. 330 ff.