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einige Baugelder zufließen zu laſſen. Sie bekamen fuͤr dies Mal die Antwort:» Se, Koͤnigl. Majeſtaͤt von Preußen ꝛc. laſſen den »Brandenburgiſchen Buͤrgerſchaften auf ihr allerunterthaͤnigſtes »Geſuch, daß ihnen die Wohlthat des Aufbauens einiger neuen »Haͤuſer und der Reparatur von den alten aus allerhoͤchſter »Gnade angediehen werden möchte, hierdurch zu erkennen geben, »daß nicht Alles auf ein Mal geſchehen kann: Rom iſt auch nicht »in einem Jahre gebauet. Die Supplicanten muͤſſen ſich alſo »noch etwas gedulden, bis nach Zeit und Umſtaͤnden daruͤber ein »Mehreres geſchehen kann. Potsdam, den 21. October 1782. Friedrich.«
In Folge dieſes Beſcheides kamen ſie das folgende Jahr noch ein Mal ein, und nun erhielten fie 50,000 Thlr., welche an die Bauluſtigen anſchlagsmaͤßig nach gewiſſen Procenten vertheilt wurden. In Folge deſſen wurden die meiſten der Haͤuſer, welche jetzt die Hauptſtraßen zieren, beſonders am Paradeplatze, in der St. Annenſtraße u. ſ. w., in ſieben aufeinanderfolgenden Jahren neu aufgeführt, auch die obige Summe noch von Zeit zu Zeit erhoͤhet, fo daß man annehmen kann, wohl an 80,000 Thlr. ſind durch Friedrichs Hand unſerer Stadt zugefloſſen. Wahrlich, eine koͤnigliche Freigebigkeit!
Im Jahre 1783 bekam das neuſtaͤdtiſche Lyceum einen preis— würdigen Zuwachs des Lehrercollegiums: es ward ein neuer be— ſonderer Lehrer der Mathematik und Phyſik angeſtellt in Folge einer teſtamentariſchen Verfuͤgung(vom Jahre 1771) durch den kurz vorher verſtorbenen penſionirten Director an der Ritteraka— demie, Joachim Chriſtoph Heinß, und ſeine Gattin, Maria Dorothea geb. Romig. Sie hatten naͤmlich ihr ſaͤmmtliches Capitalvermoͤgen, desgleichen ihre liegenden Gründe an Ackern, Gaͤrten, Wieſen, der Mann noch obendrein ſeine Bibliothek und alle ſeine mathematiſchen und phyſicaliſchen Inſtrumente der Schule ver— macht unter der Bedingung:»es ſollte eine neue Lehrerſtelle ge»gruͤndet, ein beſonderer Schuldiener angeſetzt und zu deſſen »Salarirung die Revendͤen der liegenden Gruͤnde und der Capita„lien angewandt werden. Dieſer Lehrer aber ſollte die Jugend, »beſonders in den unteren Claſſen, in der Mathematik und Phyſik „unterrichten, damit dem Staate nuͤtzliche Buͤrger erzogen wuͤr
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