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Geschichte der Kur- und Hauptstadt Brandenburg von den frühesten bis auf die neuesten Zeiten : Mit Benutzung des Stadt- und Stiftsarchives und anderer gedruckter und ungedruckter Urkunden / Von M. W. Heffter, Königl. Professor und Prorector am Gymnasio zu Brandenburg ...
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400 tenland verpachtet werden konnte. Nun konnte 1774 der Bau beginnen, und die Anſtalt erhielt wieder neues Leben. Im Jahre 1772 kaufte der Magiſtrat, theils zur Beilegung einiger Diffe­renzen mit dem derzeitigen Beſitzer von Plaue, theils um die Einkunfte der Kämmerei zu erhöhen, die Ziegelei bei Plaue, fer­ner das Dorf Brieſt(worin 1 Schulze, 6 Bauern, 3 Koſſaͤthen, 2 Kaͤthner, 1 Einlieger) und die beiden Vorwerke Plauerhof (mit 9 Hufen) und Kaltenhauſen(mit 15 Hufen), und ver­

kaufte dagegen die vor dem Steinthore belegene Walkmuͤhle; das übrige Geld borgte er aus der Holzcaſſe der Commune, die zu

einer bedeutenden Summe herangewachſen war. Zwei Jahre nach­her verſtaͤrkte der Koͤnig die Zahl der Soldaten bei den einzelnen Regimentern: weil er aber der hieſigen Burgerſchaft die Laſt der Einquartirung nicht noch vermehren wollte, ſo ließ er 1775 auf dem Johanniskirchhofe die Caſerne erbauen, und um bei ſchlechtem Wetter einen Exercierplatz zu haben, verglich ſich der damalige Chef des Regimentes mit dem Magiſtrat, daß der letztere ihm das Local unter dem Rathhauſe abtrat, wogegen ein Theil der ſtaͤdtiſchen Spritzen, welche bisher dort geſtanden, auf dem Pauliner Kirchhofe untergebracht wurden. Aus demſelben 1775ſten Jahre haben wir eine ausfuhrliche Beſchreibung von Brandenburg in Büſching's Reiſe nach Rekahne; Auszüge aus derſelben zu geben, thut nicht Noth, da das Buch von uns be nutzt und ſonſt auch bekannt genug iſt. Um Handel und Wandel zu foͤrdern, verlieh der Koͤnig oft Waaren, welche durch die Schleuſe hierſelbſt gingen, Freipäſſe. Dadurch geſchahe der Stadt Einbuße. Der König wurde gebeten, das abzuſtellen, und 1776 verordnete er, daß auch von ſolchen Waaren, die mit einem Frei­paſſe verſchifft würden, der Kaͤmmerei ihr Antheil am Schleuſen­gelde entrichtet werden müßte. Der Bayriſche Erbfolgekrieg (1778) entzog unſerer Stadt nur auf kurze Zeit das hier in Garniſon liegende Regiment: ſchon im Juni des folgenden Jahres kehrte es zurück.

Wohl mochten die Brandenburger von der Liberalitaͤt gehört haben, mit welcher der König die Städte feines Reiches groß­artig unterſtuͤtzte zu ihrer Erweiterung und Verſchoͤnerung. Sie wandten ſich alſo 1782 an ihn mit der Bitte, auch ihrer Stadt