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Geschichte der Kur- und Hauptstadt Brandenburg von den frühesten bis auf die neuesten Zeiten : Mit Benutzung des Stadt- und Stiftsarchives und anderer gedruckter und ungedruckter Urkunden / Von M. W. Heffter, Königl. Professor und Prorector am Gymnasio zu Brandenburg ...
Entstehung
Seite
399
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dadurch, daß nun auch(ſeit 1758) eine Fahrpoſt auf Rathenow nach Mecklenburg und Hamburg eingefuͤhrt wurde. Was ſonſt noch in und mit Brandenburg bis zum Tode des großen Koͤnigs bis 1786 Denkwuͤrdiges geſchehen iſt, durfte in chronologiſcher Ordnung etwa Folgendes ſein:

Um 1768 hatten ſich hier mehrere Herrnhuther eingefunden. Sie traten zuſammen und ſtifteten eine Gemeine, die noch jetzt beſteht, in einem Privathauſe ihre Zuſammenkuͤnfte haͤlt und mit der Muttercolonie in fortwaͤhrender Verbindung lebt. Bis 1770 war der hieſige Waſſer- und Landzoll an ein Mitglied des Ma­giſtrates verpachtet; das aͤnderte der Koͤnig dahin ab, daß ein eigener Rendant und Controleur eingeſetzt wurde, der die be treffenden Gelder einnehmen und der Kaͤmmerei der Stadt die ihr gebührende Hälfte des Schleuſenzolles auszahlen mußte. In Folge einiger Differenzen, welche zwiſchen dem damaligen Dompropſte und dem Beſitzer der altſtaͤdtiſchen Apotheke entſtan­den waren, erhielt der Dom jetzt eine beſondere Anſtalt dieſer Art, und Friedrich privilegirte fie. 1771 ſollte Behufs der Tuch fabriken hierſelbſt ein Wollenmagazin für beide Städte angelegt werden. Der Koͤnig ſchoß dazu 14000 Thlr. her; der Boden des Johannis- und Gertrudishospital ward dazu beſtimmt, ein eigener Rendant und Regiſtrator angeſtellt, welche die Gelder zu berech­nen, und 4 Meiſter aus den Gewerken in beiden Staͤdten ihnen zugeordnet, welche das Ab- und Zuwaͤgen der Wolle zu beſor gen hatten. In demſelben Jahre wurden zur Verhuͤtung der Straßenbettelei 2 Armencaſſen, eine für die Alt-, die andere für die Neuſtadt eingerichtet und für jede ein Rendant beſtellt. Um dieſe Zeit war wieder das Gebaͤude der Saldernſche Schule dem Verfallen nahe: ihm aufzuhelfen und zugleich der Schulcaſſe einen jaͤhrlichen Zuwachs zu verſchaffen, wurde bei wohlthaͤtigen Goͤn­nern eine Subſcription eröffnet dergeſtalt, daß fie entweder etwas zum Beſten der Schule geben oder wenigſtens kleine Capitalien, die ihnen nach etlichen Jahren wieder zurückgezahlt werden wur­den, leihen ſollten. Dieſe Maaßregel fiel uͤber alle Erwartung aus: viele hieſige und auswaͤrtige Maͤnner zeigten ſich ſo thaͤtig und der Sache geneigt, daß ſchon 1772 ein betraͤchtliches Stück Acker gekauft, in 20 Kabeln getheilt und mit Vortheil als Gar