österreichische Heer unter dem Prinzen Karl von Lothringen besiegten. Darauf folgte im Juli 1742 der Friede zu Berlin, durch welchen ein Drittel von Schlesien an Preußen kam. Aber anno 1744 brach der Krieg von neuem los, als der König mit 80 000 Preußen in Böhmen einrückte. Schon hatte er Prag mit Sturm genommen, aber da wandte sich das Glück von uns, und wir mußten zurück, denn die Österreicher drängten uns mit Gewalt zurück, und die Bauern gaben unsern Leuten, da sie feindlich waren, nichts heraus, sondern mußten alles Korn in die Erde graben und verbrennen, selbst aber mußten sie samt ihrem Vieh und Habseligkeiten in die Wälder fliehen. So brach über unsere Truppen bald eine große Hungersnot ein, dergleichen nicht gewesen ist, und mancher brave Soldat hat auf dem Rückmarsch sein Leben lassen müssen. Dabei starb auch mein Bruder Peter. Fünf Jahre war er Soldat gewesen, und 19 Jahre war er, da er starb. Er war ein großer Kerl und hatte 11 Zoll.
Mein Bruder Kardel ist gestorben 1758 am 2. November und ist alt geworden 24 Jahre weniger 9 Wochen. Er ist bei Bautzen blessiert am 14. Oktober, da er durch den einen Arm und die linke Seite geschossen ward, ftach seiner Verwundung hat er noch vier Wochen gelebt. Zu Bautzen ist er gestorben, davor liegt er auch begraben. Zwei Jahre und zehn Wochen war er mit zu Felde; überhaupt ist er vier Jahre Soldat gewesen. Er hat getan, was ein rechtschaffener Kriegsknecht tun muß. Vier Bataillen hat er mitgetan, die erste bei Reichenberg, die andere vor Prag, die dritte bei Collin, die vierte bei Küstrin, genannt Zorndorf, vor den Russen, und ist immer glücklich davongekommen. Als die Überfallung da war und die Österreicher uns bei Bautzen überfielen, hat er sein Leben lassen müssen; denn er wurde so hart blessiert, daß er daran eines jämmerlichen Todes sterben mußte.
Anno 1760, am 3. November, ist auch mein Bruder Jürgen totgeschossen. Vor Torgau, der Stadt, ereilte ihn der Tod. Eine feindliche Kugel hat ihn mitten durchbohrt, nachdem er fünf Jahre und fünf Wochen Soldat und vier Jahre und zehn Wochen mit zu Felde gewesen ist. Er hat getan, was einem gottesfürchtigen Soldaten zu tun gebühret. In acht Schlachten hat er für das Vaterland gestritten, in der letzten ist er geblieben. Die erste Schlacht war zu Reichenberg, die andere vor Prag, die dritte und vierte vor Breslau. Hier ward ihm die Patronentasche vom Leibe und das Gewehr in der Hand entzweigeschossen. Die fünfte bei Küstrin, genannt Zorndorf, in welcher die Preußen über die Russen siegten. Die sechste zu Hochkirchen, da der Überfall gewest ist. Hier hat sich der liebe Gott wunderlich beweiset; denn es sind vom ganzen Regiment nicht mehr übrig geblieben als 250 Mann, die andern sind alle totgeschossen und blessieret. Aber er ist glücklich davongekommen. Die siebente vor Liegnitz in Schlesien, und die achte vor Torgau; da hat er sein Leben lassen müssen, nachdem er sein Alter gebracht hatte auf 33 Jahre. Zu Torgau ward er begraben, da viel hundert Menschen bei ihm liegen.“
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