bessern und Bauen an der Stadtmauer, an Planken und Brücken, an Steindamm und Landwehr solle auf Säumige, die nicht mit Äxten, Spaten und Schippe erscheinen, keine Rücksicht genommen werden und sie nach Erkenntnis des Rechts büßen. Die Putlitzer Bürgerschaft war im 15. Jahrhundert völlig verarmt. Die Dörfer ringsum waren zerstört. Die vier wüsten Feldmarken Röskendorf, Konikow, Kracksdorf und Zwirgsdorf mußten eingemeindet werden. In diesen schweren Zeiten blieb das Gildenwesen ein Rückgrat der gesellschaftlichen Ordnung. Ihre Meister waren zwar engherzig auf ihren Dünkel und ihre materiellen Vorteile bedacht, aber sie achteten auf Qualität der Arbeit, auf Gerechtigkeit und gute Gewohnheiten. 1518 ist es die Putlitzer Schustergilde, welche diese strenge Ordnung ihrem Gildebrief zugrundelegt: „Es sol ein ledich geselle in putlitz oder umblank einer meyle weges keine Schuh noch pandtüffel machen oder verkaufen, er habe den ihr gewerk bey Vermeidung der pfendung. Wer aber daß thut, den sollen sie mit hülfe des Raths zu Puttlitz pfenden, sooft daß geschieht, daß auch kein ander Handwerk, es sey pantinenmacher, Kleidermacher oder Kirmenschneider, ihnen an ihrem Handwerk entgegen sein, noch Lohgarleder machen oder gerben.“
'Der Durchbruch der modernen Naturwissenschaft um 1500, welcher den Bruch mit dem Mittelalter am entschiedensten vollzog und das wissenschaftliche Denken endgültig vom kirchlichen Joche befreite, erhob die Erkenntnis und das Wissen um die Gesetzlichkeit der Welt zum eigentlichen Lebenswert. Damit übernahmen die Universitäten ihre führende Rolle. Während sich einerseits der große Gutsbetrieb entwickelte, schickte man andererseits die junkerlichen Söhne zum Studium. So studierten:
1505 zu Wittenberg „Boss et fratres barones a Putlitz als Kollegen Ulrich von Huttens
1550 zu Frankfurt/Oder Jbhann de Budelitz 1553 Ernestus Gans baro a Putlitz
1557 Dominus Georgius de Putlitz
1558 „25. Sept. Bosso Puttlist studirt zu Frangfurt. Hadt einkommen wie volget: Der radt der alten Stadt zu Brandenburgk gibt 8 fl jerlicher Zins von 200 fl goldt und volwichtig etc. inhalt des radts Verschreibung daselbst auff Michaelis. Item 4 fl muntz der stifft zu Havelberg vermuge derselbigen brieff und Siegel. Item 12 fl jerlicher zins auff zweien heusern zu Tzerbest auch vermuge einer Verschreibung, der datum heit 1477 sonnabends nach Trium Regum (12. Jan.) berichten aber, das itzo nit mehr dan 11 fl gefallen. Und hadt solch Stipendium itzo Bosso Puttlist, Achim Puttlists Sohn, studirt davon itzo zu Frangkfurt an der Oder.“
400 Goldgulden waren 1471 dem Alter Mauricii zu Pritzwalk vermacht worden, von dessen Zinsen nun Bosso studierte. Im gleichen Jahr 1558 finden wir
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