daß Feudalherren und Kirche nichts taten, was nicht ihren Interessen diente. Die Worte „Ich helfe Dir, weil Du ein Mensch bist“, kommen aus dem Munde einer einfachen, armen Frau und werden an den gerichtet, der sie durch Verleumdung beinahe einer Hexenverfolgung auslieferte. Die Aufführungen unter Leitung von Walter Appelt waren eine recht achtbare Leistung dieser erst mit der Arbeit beginnenden Spielschar. Viele der Spieler verfügen über Fähigkeiten, die es zu entwickeln lohnt.
Es zeigt sich also, daß in der Prignitz in wenigen Jahren etwas hier völlig Neues entstand und daß diese alljährlichen Aufführungen von Spielen aus der Geschichte der Heimat die begeisterte Zustimmung der Bevölkerung finden. Das Wesentliche aber scheint mir zu sein, daß dieses Neue nicht |?ine dilettantische Spielerei, sondern eine durch ernste Arbeit zu erreichende, laienkünstlerische Leistung sein will.
ERNST STADTKUS, HEHFELD
2Daer ts fülwft
Schulten-Bur steiht up den Tritt, frühmorgens üm halw söß.
He deilt de Arbeit in: „Johann — un Paul — jie föhrn hüt Meß!
Franz Bork un August — loden up!
Marie geiht rut un brecht! —
Nun hollt jü ran.— und doht ok wat, damit daet Eten schmeckt.“
Vor mi hew’k nu kein Arbeit fun’n, seggt he, un drecht sick üm.
He böt’t de Piep sick an un schlarft vergnögt in d’ Kök herüm.
Sien Fru, de gnarrt: „Wat fällt di in?“
„Wat sali ut d’ Wirtschaft wär’n?“
„Ach Mudder“ — brummt he — „schwieg man still, en Ful’n kann d’ Bur ernährn.“ —
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