Leserzuschrift :
Liebe Redaktion!
Wittenberge, den 10. Juli 1957
Seit drei Jahren lese ich sehr gerne die Zeitschrift „Unsere Heimat“. Mir haben die Berichte aus der Gegenwart und der Vergangenheit unserer näheren Heimat immer sehr gut gefallen. Ich möchte Dir heute auch einen Bericht aus dem Leben und Alltag unseres Kreises, vom Segelfliegen im Kreis Perleberg schicken. Viele, vor allem junge Menschen sind mit Begeisterung bei diesem Sport. Ich glaube, die Segelflieger, die oft über der Gegend des Perleberger Flugplatzes mit ihren Flugmaschinen zu sehen sind, gehören auch zum Bild der Gegenwart in unserer Heimat.
WILLI ULRICH, WITTENBERGE
Jn H'öhenlu'fL über r p er Leberg
Ein strahlendblauer Sommermorgen breitet sich über die große Ebene des ehemaligen Flugplatzes in Perleberg aus. Ruhig und still ist es hier draußen, und nur in der Ferne klingen ab und zu einige Geräusche aus der nahen Kreisstadt herüber. Doch der Schein trügt, und wenn auch keine Maschinen der Deutschen 'Lufthansa den Platz anfliegen, so ist noch lange nicht gesagt, daß er nun im Dornröschenschlaf liegt. Der Perleberger Flugplatz ist nämlich die Heimat der Segelflieger unseres Kreises. Am Wochenende und auch an anderen Tagen treffen sich hier viele Flugbegeisterte zu ihrem Sport. Sie kommen aus den Großbetrieben von Wittenberge genau so wie aus den Landgemeinden. Alle machen freudig mit, ob sie nun 17 Jahre oder 40 sind. Ich sprach mit einem Jugendlichen, der im RAW Wittenberge arbeitet, wie er zum Segelfliegen kam. „Man muß natürlich Lust und wohl auch etwas Mut dazu haben“, erzählte er mir. „Das Segelfliegen wird von der Gesellschaft für Sport und Technik geleitet, und durch die Leitungen in den Betrieben besteht die Möglichkeit, am Unterricht zum Segelfliegen teilzunehmen.“ Natürlich wollte ich auch erfahren, was sich nun beim Unterricht auf dem Flugplatz alles tut. „Er setzt sich aus mehreren Teilen (Schulungen) zusammen. Doch vorher muß ich noch erwähnen 1 ', meinte der junge RAW-Schlosser, „daß wir fünf Maschinen, drei Schulgleiter SG 38 und zwei Übungssegelflugzeuge BABY 2 B haben. Unter der Leitung erfahrener Lehrer der GST finden die Schulungen statt. In der A-Schulung lernt man zunächst das Pendeln. Der Schulgleiter steht auf einem Pendelbock. Durch das Pendeln lernt der Freund in der Maschine das Verhalten derselben in der Luft. Dann erfolgt der Rutscher, bei dem
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