Heft 
(1957) 9
Seite
284
Einzelbild herunterladen

Dieses Stück ist eine wertvolle Ergänzung bei der Propagierung unserer Aufgaben im Zweijahrplan. Die Gruppe spielte sich selbst, und die Jury, die sich aus Vertretern des Bundes Deutscher Volksbühnen, des Kultur­bundes, der Gewerkschaft Kunst und Schrifttum und der IG Eisenbahn zusammensetzte, entschied nach eingehender gründlicher Beratung, daß dieser Gruppe der erste Preis für selbstgeschriebene Laienspielstücke zu­erkannt werden muß.

Das war ein Höhepunkt für die LaienspielgruppeSchwarze Gesellen, denn sie hatte in ihrem Laienspiel die künstlerische Form der Kritik ge­zeigt. Und diese Kritik war mit ein Hebel zur Leistungssteigerung im Bahnbetriebswerk Wittenberge.

Berliner Künstler kommen nach Wittenberge

Waren die Leistungen des Bw Wittenberge schon durch die Verleihung der Zonenwanderfahne am 1. Mai anerkannt, so veranstaltete der Zentralvor­stand der Industriegewerkschaft Eisenbahn zu Ehren der Eisenbahner des Bw und in der weiteren Anerkennung ihrer Leistungen am 30. Juli 1949 in Wittenberge ein Konzert mit dem Berliner Sinfonie-Orchester unter Leitung des Dirigenten Prof. Otto Laugs. Es sang die vom Rundfunk be­kannte Sopranistin Ellinor Boltenhagen.

Nach diesem Konzert konnte man imNeues Deutschland Nr. 185 vom 10. August 1949 u. a. lesen:

Ein erfreutesAh! begrüßte die Ankündigung des Dirigenten Otto Laugs: Die Freischütz-Ouvertüre. Dann wird es still. Gibt es ein dankbareres Publikum als das der Arbeiter, ein aufgeschlosseneres, empfangsbereiteres, wackeres? Wie sie mit gespannten Gesichtern den Klängen der h-moll- Sinfonie Schuberts und der Achten Beethovens folgten!'

Fahrt frei, Nr. 17 3. Augustausgabe 1949:

Die Musik, vor allem auch die der deutschen und ausländischen Klassiker, soll gerade dem schaffenden Menschen Sammlung und Entspannung zu­gleich vermitteln. Und der Mittler in dieser Beziehung ist das Berliner Sinfonie-Orchester geworden. Hier in Wittenberge gaben die Künstler ein lebendes Beispiel für die Zusammengehörigkeit von Arbeiterschaft und Intelligenz.

Leider standen bauliche Mängel des Gemeindesaales der vollen Entfaltung seiner Klangfülle hemmend im Wege. Damit ist auch die Frage nach einem geeigneten Kulturhaus für die Stadt Wittenberge angeschnitten. Die Kunst soll dem Volke gehören. Dazu ist es aber unerläßlich, daß die entsprechen­den Räumlichkeiten die Voraussetzungen hierfür schaffen.

284