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^MN Düsseldorf, ivo er seit mehr als vierzig Jahren seinen ständigen Aufenthalt genommen, verschied am 25. April Professor Benjamin Vautier, nächst Ludwig Knaus und Franz Defregger wohl der volkstümlichste Genremaler in deutschen Landen. Vautier war allerdings nicht auf deutscher Erde geboren, sondern in der französischen Schweiz, in dem Orte Morges am Genfer See erblickte er am 24. April 1829 als Sohn eines Pfarrers das Licht der Welt. Nur nach längerem Kampfe erhielt er von seinem Vater die Erlaubnis, sich der Malknnst widmen zu dürfen, und nachdem er in Genf zuerst als Emailmaler, sodann im Atelier des Geschichtsmalers Lugardon thätig gewesen war, ging er 1850 nach Düsseldorf, wo er ein Schüler von Rudolf Jordan wurde, der sich durch seine Darstellungen ans dem Leben der Schisser und Fischer wohlbegründeten Ruhm erworben hatte. Dem Beispiele seines Freundes Ludwig Knaus folgend, widmete Vautier sich der Schilderung des bäuerlichen Lebens und machte seine Studien vornehmlich im Berner Oberlande und im Schwarzwalde. Im Jahre 1856 begab er sich nach Paris, kehrte jedoch bald nach Düsseldorf zurück, wo er sich dauernd niederließ. Ein Genrebild, Andächtige in einer Schweizer Dorfkirche, womit er 1858 die Münchener Ausstellung beschickte, begründete
seinen Ruhm als Genremaler, und er blieb diesem Fache fortan getreu. Der junge Künstler hatte zunächst mit Schwierigkeiten zu kämpfen, denn von den großen Akademikern ward damals die Genremalerei als ein untergeordneter Kunstzweig angesehen, ja sie hielten es für eine Erniedrigung, ganz gemeine Bauern in ihrem alltäglichen Treiben darzustellen, da es die Aufgabe der Kunst sei, den Beschauer eines Gemäldes zu „erheben", ihm die idealen Regungen der Menschenseele vorzuführen. Vautier ließ sich jedoch nicht beirren und schritt auf der einmal begonnenen Bahn weiter. Mit großer Sorgfalt in der Ausführung seiner Vorwürfe verband er in seinen
figurenreichen Gemälden eine feine Charakteristik der einzelnen Gestalten, und aus allen seinen Werken lächelt den Beschauer ein liebenswürdiger Humor an. Seine Bilder sind ungemein zahlreich — es giebt wohl kein Museum, keiue ansehnliche Privatgalerie, die nicht einen oder mehrere Vautier aufzuweisen hätten — und durch die Vervielfältigung sind sie dem Publikum so vertraut, daß wir auf eine Aufzählung verzichten dürfen. Auch als Illustrator hat sich der Künstler hervorgethan, und namentlich bekannt wurden
seine Bilder zu Jmmermanns „Münchhausen" oder vielmehr zu dem ans dem satirischen Roman losgelösten Idyll „Der Oberhof", zu Berthold Auerbachs „Barfüßele" und Goethes „Hermann und Dorothea". So hat Benjamin Vautier mit seinem ungewöhnlich fruchtbaren, Herz und Gemüt erquickenden Schaffen ungezählte Tausende erfreut.
Benjamin vautier.
Nach einer Phot. Aufnahme von Constantia Luck in Düsseldorf.
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die wir heute nach photographischen Ausnahmen der Graphischen Gesellschaft in Berlin vorführen, bedürfen keiner ausführlichenErklärung, dem: jedermann ist durch die Berichte der Tagesblätter über die deutsche Pachtung in China zur Genüge unterrichtet, ja manchem Leser dürfte es scheinen, als ob seine Zeitung ihm davon schon zu viel böte. Darum wollen wir nur kurz einige der Hauptangaben zusammenfassen. Die Stadt Kiautschou, 20 Kilometer von der gleichnamigen Bucht belegen, war einst ein blühender Handelsplatz, den als solchen schon die Araber kannten und aufsuchten, aber heute ist es ein verwahrloster Ort, der nur noch kümmerliche Reste des ehemaligen Glanzes aufweist. Wichtiger für den deutschen Besitz ist vorläufig das ans einer in die Bucht sich erstreckenden Halbinsel be- legene Tsingtau, das sich zu einem vorzüglichen Hafenplatz wird ansbanen lassen. Die Pläne für solchen Ausbau sind auch längst entworfen, und gegenwärtig ist wahrscheinlich schon mit der Ausführung begonnen worden. Die Grundfläche