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Geschichte der Kur- und Hauptstadt Brandenburg von den frühesten bis auf die neuesten Zeiten : Mit Benutzung des Stadt- und Stiftsarchives und anderer gedruckter und ungedruckter Urkunden / Von M. W. Heffter, Königl. Professor und Prorector am Gymnasio zu Brandenburg ...
Entstehung
Seite
98
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98 wiederhergeſtellt werden mußte. Allein mit den Vorbereitungen hierzu ſcheint man nicht ſo ſchnell zu Stande gekommen zu ſein: erſt den 11. October 1165 ward von Wilmar der Grundſtein gelegt(I). Zum Bau mag nicht nur der Biſchof(2), ſondern auch der Markgraf Otto(2) beigetragen haben. Ohne Zweifel benutzte man das Fundament der ehemaligen, von den Wenden zerſtoͤrten, aber doch nicht ganz vernichteten Kathedrale, ohne ge­rade die neue nach demſelben Maßſtabe aufzubauen: man wollte nur vor der Hand und für das erſte, dringende Beduͤrfniß eine Kirche haben. Und ſo mag die heutige Petrikirche auf dem Grunde und demſelben Platze ſtehen, wo die geſtanden, welche Kaiſer Otto J. erbauen ließ(; aber fo groß, wie dieſe gewe­ſen, wurde jene ſchwerlich, eben weil ſie ſchnell fertig werden ſollte. Im Jahre 1166 war der Bau ſo weit gediehen, daß ſich das Gotteshaus zum kirchlichen Gebrauche eignete, und ſo beſchloß der Biſchof Wilmar auf d ı Rath und mit Hülfe des Magde e den Erzbiſchofs Wichmann und der weltlichen Herr­ſcher, der Markgrafen Albrecht und Otto, das Canonicat aus dem Dorfe Parduin nach ſeinem eigentlichen Sitze, nach der Burg Brandenburg, zu verlegen. Er that ſolches vermittelſt eines be­ſondern Decretes vom genannten Jahre(5). In demſelben er­klaͤrte er zugleich noch ein Maũl und beſtimmter,»die Domher­ren des neuen Stiftes ſollten alle diejenigen Rechtſame haben »und auf immer behalten, welche die Domherren der biſchoͤflichen Kathedralen haben müßten, ſowohl in Bezug auf das Archidia­»conat und auf die Wahl des Biſchofs als auch in andern » Dingen,« Außerdem ließ er fie in dem Beſitze der St. Gott­hardskirche im Dorfe Parduin, welche ſie bereits von ſeinem

rutam et a paganis pene annnllatam Deo auxiliante, reediſi ca­mus), und unſere folgende Darſtellung wird die Sache noch mehr ins Licht ſetzen. Die Dom kirche iſt durchaus jünger als die Petrikirche.

1) S. Pulkawa bei v. Raumer Reg. J. S. 223. Nr. 1335.

2) S. Gercken a. a. O.

) Dieß 8 Otte 11. in der Urkunde bei Gercken Nr. XX. S. 383. ) Vgl. oben S. 38.

2 S Beiden In. XI. 356 f.