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Geschichte der Kur- und Hauptstadt Brandenburg von den frühesten bis auf die neuesten Zeiten : Mit Benutzung des Stadt- und Stiftsarchives und anderer gedruckter und ungedruckter Urkunden / Von M. W. Heffter, Königl. Professor und Prorector am Gymnasio zu Brandenburg ...
Entstehung
Seite
160
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Otto J. hat ſich nicht wie feine Gemahlin Juditha im Bran­denburger Dom beiſetzen laſſen, ſondern in dem von ihm gegrun­deten Kloſter Lehnin. Sein Nachfolger war ſein aͤlteſter Sohn Otto Il.(1181- 1205). Unter ihm fuhr das Stift fort, ſeine Beſitzthumer und Rechte zu vergrößern. Der Biſchof Baldemar (1180 1190) gab demſelben die Kirche St. Nicolai in Borg(9) und die Seelſorge in allen den Gemeinden, in welchen ſchon die Domherren den Gottesdienſt zu beſorgen hatten. Dazu fügte er die Kirche in Vercheſar ſammt der Capelle in Marzahne. Fer­ner beſchenkte er es mit dem ganzen Zehnten in Ploͤtzin(*) oder Reinoldsdorf in der Zauche(*), Otto II. aber mit dieſem gan­zen Dorfe zum Seelenheile ſeines Vaters und feiner Mutter(5). dinſichtlich der Biſchofswahl beſtimmte jetzt Baldemar genauer, im Fall einer Erledigung des biſchoͤflichen Stuhles die Ca­nonici in Brandenburg um ihres Propſtes willen, der Archidia­conus waͤre, die erſte Stimme haben ſollten, auch Keiner ſich wider ihren Willen in das Amt einſchleichen oder eindraͤngen duͤrfte; wen die eintraͤchtige Wahl der Brüder mit dem Propſte oder die des verſtaͤndigern Theiles des Collegii aus dem Schooße des Capitels ſelbſt kieſen wuͤrde, der ſollte Biſchof ſein und blei­ben. Sofern ſich aber in ihrer ſelbſteignen Mitte kein paſſendes Subject faͤnde, was doch wohl nicht leicht geſchehen durfte, ſo koͤnnten fie mit vollkommner Freiheit ſich anderswoher ein ſol­

5 d

ches holen. Die Urkunde iſt von 1186(8). Im Jahre dar­

auf uͤbereignete Otto II. dem Stifte, um den Mangel und der

Durftigkeit der Canonici zu ſteuern, den See Zumit(), fer­9

ner die Havel oberhalb der Brandenburg, von der Kotziner Ha­

vel an(vom Biſebuſch an) bis an denjenigen Ort bei Branden­

) Lag zwar jenſeit der Ihle, gehoͤrte aber ausnahmsweiſe zum Archi­diaconat des Brandenburger Propſtes. S. Gercken S. 417. 2) S. Gercken No. XIX. S. 380 ff. Gercken hat hier faͤlſchlich Re­

moldesdorf.

32) S. Gercken S. 396.

) S. Gercken S. 381 f.

85 Bei Gercken No. XVII. b. S. 372 ff.

6) Derſelbe lag beim damaligen Dorfe Göͤrne. S. Gercken S. 370.