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Geschichte der Kur- und Hauptstadt Brandenburg von den frühesten bis auf die neuesten Zeiten : Mit Benutzung des Stadt- und Stiftsarchives und anderer gedruckter und ungedruckter Urkunden / Von M. W. Heffter, Königl. Professor und Prorector am Gymnasio zu Brandenburg ...
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mit der Kirche zu Ketzin fammt dem Pfarrgute(zwei Hufen auf dem Felde des Dorfes Klebelock, oder wie es jetzt heißt, Knobloch) und ſammt der Capelle in Klebelock. Hierzu fügte der Biſchof die Seelſorge und den dritten Theil des Zehnten aus Ketzin und aus allen zu Ketzin gehörigen Dörfern: Klebelock, Poraͤts(Parez), Wendiſch-Poraͤts und Stuülpe. Ferner ſchenkte Otto II. ihm die Kirche in Markow ſammt dem Pfarrgute, wo­mit der Biſchof gleichfalls die des Zehnten aus demſelben Dorfe und aus dem eingepfarrten Markow verband. Der letztere gab jetzt den Domherren auch die Seelſorge in Ploͤtzin und den dritten Theil des Zehnten aus dieſem Dorfe. Bei der Gelegenheit, wo Otto jene Schenkungen machte, beftätigte er dem Capitel zugleich die früher erworbenen Rechte, eximirte die Unterthanen desſelben wiederholt von allen Laſten, jetzt ſelbſt von der Bewirthung des Fuͤrſten und feine Beamten (ab hospitiis). Dann verlieh er ihm 1204 das Dorf Crelin mit allem, was dazu gehörte, ingleichen Mokzow(Moͤtzow) nebſt zwei Fiſchzuͤgen im Beezſee, der Fiſcherei von Alt-Moͤtzow und der kleinen Fiſcherei im Mittel-See und Plauer-See, und die Karpwehre, überdem noch zwei Lachen, eine in der Havel, eine in dem Beezſee(*). ĩ

Indem ſich Otto II. auf ſolche Weiſe ſehr mild thaͤtig gegen die Geiſtlichkeit zeigte, ſollte man kaum glauben, daß er je hätte mit der Kirche in Streit gerathen konnen, und doch if dem fo geweſen. Der Fall iſt für uns von deſto größerem In tereſſe, als er uns mit einem Male das Vorhandenſein einer Neuen Burgergemeinde(novae civitatis Brandenburgensis), der Neuſtaͤdtiſchen, vor Augen führt. Es muß alſo mittler Weile auf dem Platze, wo jetzt die Neuſtadt liegt, auf dem linken Ufer der Havel, Parduin oder der aͤltern Deutſchen Burgergemeinde Brandenburg gegenüber, ein Ort erwachſen fein, deſſen Bewoh ner im Gegenſatze zu jener aͤltern, den Namen der neuen Ge meinde bekam. Den. desſelben bildete wahrſcheinlich das Deutſche Dorf. Als eine ſolche Gemeinde wird der Ort Schoͤp­pen, und an deren Spike. Schulzen, d. h., die damals ge­

Seelſorge und den dritten Theil

) S. Gercken Nr. XXVIII