165
ſten Straßen. Der Gemeinde, als einer chriſtlichen, wird es natürlich nicht an einer Kirche gefehlt haben: dieß kann keine andere, als die der heiligen Katharina(I) und Amalberge() geweihte jetzige Hauptkirche der Neuſtadt geweſen fein, freilich nicht in ihrer gegenwärtigen Großartigkeit und Herrlichkeit, die ihr erſt um 1100 geworden. Patron derſelben war der Markgraf, der vielleicht für ihre Erbauung geſorgt hatte. Wann der Ort Marktgerechtigkeit erlangt habe, iſt unbekannt.
Weil nun dieſe Neuſtadt auf dem linken Ufer der Havel liegt, folglich vom Anfange an der Zauche oder den Erbguͤtern der Markgrafen aus dem Ascaniſchen Haufe angehörte, fo blieb fie nicht unberührt von jenen Handeln Otto's II. mit der Kirche. Die Sache verhält ſich alſo(2): Es war im Jahre 1196, wie ſichere hiſtoriſche Berichte melden, als Otto II. und ſein Bruder Albrecht— der als naͤchſter Agnat, beſonders weil Otto kinderlos, ſehr ſtark bei dem Vorgange betheiligt war— ploͤtzlich das Eigenthumsrecht von den meiſten ihrer Erbguͤter an das benachbarte Erzſtift Brandenburg übertrugen. Die Geſchichtſchreiber der Mark, ältere wie neuere, haben ſich mit dieſer allerdings ſehr auffallenden Handlung viel beſchaͤftigt und ſich inſonderheit die groͤßte Muͤhe gegeben, die Beweggründe aufzuſuchen, welche die Fuͤrſten dabei geleitet haben konnten. Mögen nun auch Otto'n ſelbſt weltliche Rückſichten, z. B. die Erhaltung der Markgrafſchaft bei ſeiner Familie ſelbſt in weiblicher Linie(), nicht fremd ge
) Dieſe Heilige war aus Alexandria in Agypten geboren. Ausgezeichnet durch Keuſchheit, Froͤmmigkeit und Wunderthaͤtigkeit ſtarb ſie den Maͤrtyrertod 307. Ihr Leichnam ſoll nach der Legende durch die heiligen Engel auf den Berg Sinai getragen und daſelbſt begraben worden ſein. Amalberge war aus Rodingi Villa im Ardennengau in Frankreich gebuͤrtig. Auch ſie ſoll durch Keuſchheit, Froͤmmigkeit und Wunderthaͤtigkeit vor Vielen hervorgeleuchtet haben. Ihr Tod erfolgte 772, und zwar zu Temſt Themſche) in Flandern. 3) Ich habe mich bei der Darſtellung dieſer Begebenheit beſonders und faſt wörtlich an die lichtvolle Auseinanderſetzung Wohlbruͤck's gehalten. S. von Ledebur's Archiv!]. S. 172 f. S. Stenzel s Geſchichte des Preußiſchen Staates J. S. 31 f. Von Raumer(Reg. 1. S. 265. Nr. 1623., S. 269. Nr. 1639., S. 270. Nr. 1640.) glaubt in dem Ganzen vornehmlich ein Streben des Erz
NA
—