169 Im Jahre 1215 ſchenkte der Ritter() von Mukede zu ſeiner und ſeiner Gattin und ſeiner Altern Seelen Seligkeit ſechs Hufen im Dorfe Marzahne zur Unterhaltung einer immer brennenden Lampe in der Domkirche; der Biſchof Balduin— der zwanzigſte ſeines Amtes(1207- 1216)— bekraͤftigte dieſe Schenkung(2). Kurz darauf(1207) gab der Biſchof Sifrid II.(1216— 12227) dem Capitel wieder ein Privilegium feiner Guter und Rechte: in der Urkunde darüber kommen folgende neue Beſitzungen vor: die Halfte der Stadt(d. i. Burg) Brandenburg(2) mit allem, was dazu gehoͤrte; ein Pfarrgut zur St. Gotthardskirche; ganz Neubrück(Novus Pons) und die Hälfte von Altbrüͤck(Antiquus Pons), welches beides an die Parochie von Parduin grenzte; den dritten Theil des Zehnten aus Parduin, ſowohl an Früchten, als an Thieren und andern Dingen, wie die Parochialkirchen im Brandenburgiſchen Sprengel es zu haben pflegten; das Armen— hospital in demſelben Orte neben der Cracower Brücke.(das Hospital St. Spiritus vor dem altſtadtiſchen Muhlenthore) mit feinen Gärten und allem ſonſtigen Zubehör; drei Feuerſtellen im Dorfe Cracow mit ihren Gärten und Obſtpflanzungen; ein Pfarrgut, der Haͤuſerzins, zwei Hufen und der dritte Theil des Zehn— ten im Dorfe Vercheſar; ein Weinberg auf der oͤſtlichen Seite des Harlunger Berges. Dem Propſte ſollte nun die Seelſorge in allen dem Capitel untergebenen Kirchen und alle Accidentien gebühren; doch könnten auch die Pfarrer, welche uͤber jene Kirchen geſetzt wurden, die Seelſorge handhaben. Das Archidiaconat ward jetzt genauer ſo beſtimmt: es ſollte reichen von Ketzyn und Rhinow gen Süden bis Juͤterbog, Jeſſen und Dame hin, vom Ha— vellande an gen Oſten hin bis zur Oder und wie weit in dieſen Gegenden das Bisthum etwa noch dürfte erweitert werden, gen
) Das iſt der Erſte dieſes Standes, der in Brandenburgiſchen Urkunden vorkommt. Bekanntlich erhielt der Ritterſtand um dieſe Zeit ſeinen Urſprung.
2) S. Gercken Nr. XXXI.
3) Der Biſchof konnte allerdings uͤber die Haͤlfte der Burg verfuͤgen; denn er beſaß ſchon zu den Zeiten Otto's des Großen dieſen Theil unſerer Stadt(ſ. die Stiftungsurkunde von 949 S. 40.). Noch jetzt beſitzt daher das Domſtift denſelben.