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Geschichte der Kur- und Hauptstadt Brandenburg von den frühesten bis auf die neuesten Zeiten : Mit Benutzung des Stadt- und Stiftsarchives und anderer gedruckter und ungedruckter Urkunden / Von M. W. Heffter, Königl. Professor und Prorector am Gymnasio zu Brandenburg ...
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ie Burg­

Weſten bis zur Ihle, und außerdem noch umfaſſen d

warten Schartau, Moͤckern, Loburg(mit Ausnahme der Kirche in Dalchow), die Nicolaikirche in Borg, Zieſar, Goͤrzke, Buckow, Belzig, Niemeck,(Treuen-) Briezen, Belitz, Saarmund, Treb­bin, Luckenwalde, Parchim, Genthin, Milow, Plaue, Pritzerbe, Rathenow, Friſack, Bellin, Cremmen, Boͤtzow(Oranienburg), Zehdenick. Endlich verordnete Sifrid, daß kein Pfarrer innerhalb jenes Archidiaconats ſich einen Vicar halten oder ihm eine Pra­bende Üüberlaſſen dürfte, ohne Einwilligung des Propſtes; daß die Domherren im Sommer ſich ſtets der Mäntel bedienen, im Win­ter aber fo kleiden ſollten, wie es bisher gebräuchlich geweſen; daß Niemand es hindern durfte, daß ein Glaͤubiger, wenn er es wunſchte, in der Nähe der Kirche begraben wurde; daß am Palmſonntage, fo wie es von längſt vergangenen Zeiten her Sitte geweſen, alle Geiſtlichen und Weltlichen aus bei: den Büurgergemeinden Brandenburgs(d. i. der Alt- und Neu­ſtadt) unter feierlicher Proceſſion die Kathedralkirche auf der Burg zur Palmenweihe beſuchen, und daß in keiner Kirche der beiden Staͤdte eine Meſſe gehalten werden ſollte, bis die Palmen­weihe im Dome vorbei wäre; auch am Tage der Himmelfahrt Chriſti und am Feſte der Apoſtel Petrus und Paulus ſollte der Klerus und das Volk aus beiden Städten in feierlicher Proceſſion zur Domkirche wallen. Geſchaͤhe es, daß Jemand ſich bei dieſen Proceſſionen aufſaͤtzig und rebelliſch zeigte und die Feierlichkeit ſtoͤrte oder nicht beobachtete, den ſollte der Biſchof oder der Propſt durch eine ihm gehörende Züchtigung, nämlich wenn es ein Geiſtlicher waͤre, durch Suſpenſion von ſeinem Amte oder von feiner Praͤbende, wäre es ein Laie, durch den Bann zu beſſern ſuchen. Die Moͤnche dieſe fingen jetzt an, ſich auch in unſrer Gegend in immer größerer Anzahl einzufinden durften keine Beichte hören, außer von denen, die bei ihnen in ihrem Kloſter krank geworden, keine Bußen auferlegen, keine Todten beerdigen, ohne Erlaubniß entweder des Archidiaconus ſelbſt oder der Pfarz rer, welchen die Seelſorge an den Srtern oblaͤge. Endlich ſollte keiner der Praͤmonſtratenſer Bruͤder im Stifte, wenn er ein Mal Profeß gethan, aus dem Kloſter ohne Wiſſen und Willen des Propſtes austreten durfen; trete er dennoch aus, ohne vorher­