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Geschichte der Kur- und Hauptstadt Brandenburg von den frühesten bis auf die neuesten Zeiten : Mit Benutzung des Stadt- und Stiftsarchives und anderer gedruckter und ungedruckter Urkunden / Von M. W. Heffter, Königl. Professor und Prorector am Gymnasio zu Brandenburg ...
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Seite
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17: ten damals ihre Mannen ſelbſt an mit feinen Truppen über die Elbe hierherwaͤrts vorruͤckte. Er 508 immer auf dem linken Ufer der Havel fort, bis er in die Nähe des Fluͤßchens Plane(*) kam. Hier ſtieß er auf die Markgrafen, welche auf die Nach­richt von des Feindes Einbrechen ſogleich mit Heeresmacht herz beigeeilt waren. Sie fühlten ſich indeſſen dem ſtaͤrkeren Gegner nicht gewachſen, und ſo beſchloſſen fie eilig den Ruͤckzug. Sie ſuchten denſelben auf dem Wege zu bewerkſtelligen, der nach der Neuſtadt Brandenburg führt. Bereits hatte ein Theil ihrer Trup­pen den Planefluß paſſirt, als die große Menge Laſtwagen, wel­che den Zug begleitete, in Unordnung gerieth, die Straße ver ſtopfte und den Marſch der Nachhut aufhielt. Dieſen guͤnſtigen Augenblick nimmt der Feind wahr, greift an, ſprengt einen Theil der markgraͤflichen Macht ins Waſſer, zerſtreuet die übrigen. Nun ſaͤubert er den Weg und rückt dem Hauptheere nach, das ſich auf die Neuſtadt zuruͤckgezogen hatte. Bereits mochten die Fuͤrſten mit dem groͤßern Theile ihrer Truppen die Stadt paſſirt haben, da beſorgen ploͤtzlich die Einwohner, daß bei der herein brechenden Nacht zugleich mit den Flüchtigen der Feind in die Mauern dringen moͤchte, und verſchließen die Thore. Dieß hatte nun zwar zur Folge, daß viele von dem Brandenburgiſchen Heere gefangen wurden; in der That aber gewannen die Markgrafen Zeit, die Feſte Spandau zu erreichen, und ſich gegen anderweitige Folgen des ungluͤcklichen Treffens zu ſichern. Auf Seiten der Magdeburger entſtand jetzt die Frage: ſoll man die Neuſtadt an­greifen, oder nicht? In dem zur Entſcheidung derſelben ange­raumten Kriegsrathe waren die erzbiſchoͤflichen Anfuͤhrer der Mei­nung, man muͤſſe ſuchen den Platz zu erobern und mit den Laͤn­dern des Hochſtiftes zu vereinigen. Nicht ſo d der Erzbiſchof: er äußert ſich ſehr gnaͤdig, die Markgrafen wären noch jung Leute und ſeine Vaſallen; er wollte nicht ihr Verderben, da ſie der Kirche noch manchen Dienſt leiſten und, was ſie verbrochen, wie­der gut machen koͤnnten. Er zog alſo, ohne Weiteres 1. unter­nehmen, ab und ſchloß bald darauf Friede. Jener Ort aber an

der Plane, wo das Treffen vorgefallen, hieß ſeitd 22. Kletter­

) Nicht Plaue, wie in einigen geſchichtlichen Werken irrthuͤmlich ſteht.