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Geschichte der Kur- und Hauptstadt Brandenburg von den frühesten bis auf die neuesten Zeiten : Mit Benutzung des Stadt- und Stiftsarchives und anderer gedruckter und ungedruckter Urkunden / Von M. W. Heffter, Königl. Professor und Prorector am Gymnasio zu Brandenburg ...
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fallen, Was die Beſchaffenheit des Gemeinweſens anbelangt, ſo finden ſich jetzt 1241) hier gleichfalls zwei Schulzen(9): folg­lich hatte auch die Neuſtadt das Schulzenrecht. Ferner treten in einer Urkunde von 1267(*) zum erſten Male Rathmaͤnner(con­sules) auf, welche in damaliger Zeit das Polizei⸗, und Schoͤp­pen(scabini), welche das Hypotheken- und Gerichtsweſen ver­walteten. Ihre Zahl betrug, wie wir aus ſpaͤtern Urkunden en) erſehen, zwoͤlf: ſie mußten beim Antritt ihres Amtes einen Eid leiſten. So hatten beide Staͤdte zwar in der Altſtadt kommen Schoppen und Rathmaͤnner erſt 1294 vor(9) allein das kann hier keinen Eintrag thun, da zuverlaͤſſig beide Staͤdte gleiche Ein­richtung hatten neben dem Schulzenrechte das Raths⸗ und Schoͤppenrecht, d. h., ſie konnten ihre ſtaͤdtiſchen Angelegenhei­ten, was die Polizei und das Hypothekenweſen und den Stadt­haushalt u. ſ. w. betraf, ſelbſt reguliren.

Gab es aber in beiden Städten Schoppen, dann mag in damaliger Zeit bereits auch jener Schoͤppenſtuhl exiſtirt haben, welcher fuͤnf bis ſechs Jahrhunderte lang eine Auszeichnung un­ſerer Stadt geweſen iſt. Derſelbe hieß in ſeiner erſten Periode, d. h. vor 1315, ehe er das hoͤchſte Gericht oder der oberſte Ap­pellationshof fur die geſäammte Mark wurde, die Dingeſtaͤtte zu der Klinke bei Brandenburg(die Dingeſtett tu der Klinke by Brandenborch)(5). Das Woͤrtchen bei deutet hier offenbar an, daß ſich derſelbe von Anfang an nicht in einer der beiden Städte ſelbſt, ſondern an demjenigen Platze befunden habe, auf welchem wir ihn ſpaͤter finden, nämlich neben der Langen Brücke zur rechten Hand, wenn man von der Neuſtadt nach der Altſtadt geht. Dort war in der Mitte des Stromes auf eingerammten ) S. Gercken S. 458. 2) S. Gercken Nr. LXX. 3) Aus ungedruckten Urkunden von 1306 und 1384 im hieſigen ſtaͤdti­

ſchen Archiv. ) S. die Lehninſche Urkunde in Riedels diplom. Beiträgen J. S. 156. 35 S. den Richtſteig Cap. 50, beſonders aber das Berliner Stadtbuch,

herausgegeben von Fidiein S. 164. Hier heißt es: Tu landrechte

und tu borgerrechte vint man tu Brandenborch, dat nu is die

höͤgeſte dingeſtat, dat hir vormals was tu der Klinke by

Brandenborch.