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Geschichte der Kur- und Hauptstadt Brandenburg von den frühesten bis auf die neuesten Zeiten : Mit Benutzung des Stadt- und Stiftsarchives und anderer gedruckter und ungedruckter Urkunden / Von M. W. Heffter, Königl. Professor und Prorector am Gymnasio zu Brandenburg ...
Entstehung
Seite
182
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152 der) vorſtellt, und die auf dem Revers die Umſchrift Branden­burg führen(I).

Das Domcapitel gewann in dieſer Zeit Manches an Gütern und Rechtſamen. Ein Ritter, Daniel von Mukede, ſchenkte ihm 1220 vier Hufen im Dorfe Vercheſar zur Unterhaltung des Hos­pitales St. Petri auf der Burg(2); zu gleichem Behufe über­wies er ihm 1225 um feiner und der Seinigen Seligkeit willen ein Lehngut in Pritzerbe nebſt einer Wieſe, und 1226 gab er der Kathedrale zu Anſchaffung von Wachslichtern deren allerdings in katholiſchen Kirchen gar viele noͤthig find das Dorf Goͤpel ſammt dem Gute und Amte des Lehnſchulzen, der Vogtei und einem Fiſchwehre. Dem fügte der Biſchof Gernandus(12227? 1241) die Vogteien in Garlitz, Müzlitz, Buckow, Goͤrne und Kiek hinzu. Eben jener Daniel von Mukede uͤbereignete dem Hospitale noch 1227 eine jährliche Rente in Getreide und drei Hufen im Dorfe Foͤrden. Im Jahre 1230 ward das Hospital­gebaͤude auf Koſten des Stiftes neu aufgeführt, dem bisherigen Vorſteher ein Coadjutor beſtellt und ſelbigem drei Hufen in Mar­zahne angewieſen, und damit das Ganze vergrößert werden koͤnnte, gab Gernandus einen Theil des Waldes bei Wernitz her, Pro­dansdunk geheißen(2). Um dieſe Zeit muß Zwieſpalt zwiſchen dem Generalcapitel der Praͤmonſtratenſer in Prẽémontré in Frank­reich und den Untercapiteln hier im nördlichen Deutſchlande ent­ſtanden ſein darliber, daß dieſe jenem nicht den ſchuldigen Ge­horſam, die Pflicht der Unterthaͤnigkeit leiſteten. Die Sache kam ſogar vor den Papſt. Ein Legat erhielt den Auftrag, beide Theile zu vereinigen. Solches geſchah 1224, und zwar dahin, daß die Untercapitel im nördlichen Deutſchlande(nicht mehr jaͤhrlich nach Prémontré ſelbſt, ſondern) alle drei Jahre nach Magdeburg Ab­

) S. Rau's Muͤnztafeln XII, 8. Ich verdanke dieſe u. a. treffliche Be­merkungen uͤber die Muͤnzen aus der Stadt Brandenburg dem aus­gezeichneten Kenner dieſes Theiles unſers Maͤrkiſchen Alterthumes, Hrn. Kretſchmer in Berlin.

2) Die Beläge zu dieſem und dem naͤchſt Folgenden liefert Gercken in feiner Stifts h. Nr. XXXIV. u. ff.

3) Bei Pramsdorf. Vgl. Landbuch S. 64. u. 310.