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Geschichte der Kur- und Hauptstadt Brandenburg von den frühesten bis auf die neuesten Zeiten : Mit Benutzung des Stadt- und Stiftsarchives und anderer gedruckter und ungedruckter Urkunden / Von M. W. Heffter, Königl. Professor und Prorector am Gymnasio zu Brandenburg ...
Entstehung
Seite
186
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der umliegenden Heide an das Kloſter Lehnin abgetreten(1), das in dieſen Gegenden bereits mehrere Beſitzungen, z. B. Wachow, erworben hatte. Als ſich kurz darauf gewiſſe Leute unterfingen, dem Biſchofe den Beſitz der Petrikirche auf der Burg ſtreitig zu machen, beftätigten Johann und Otto ihre frühere Schenkung (1251). Ebendieſelben übereigneten dem Stifte das Jahr dar­auf die Parochie der Ketziner Kirche, nebſt zwei Hufen und einer Feuerſtelle in dem Städtchen Ketzin, ferner die Parochie Klebe­lock nebſt zwei Hufen, die Parochie Mittenwalde und das Archi­diaconat in Koͤpenik und Mittenwalde, ſo daß der Propſt in Brandenburg von jetzt an, wie es in der Urkunde heißt, der Sache und dem Namen nach der markgraͤfliche Kapellan genannt werden konnte, nämlich weil der Landesfürſt dieß Amt zu ver­geben hatte. Die Advocatur im Dorfe Damme erhielt das Stift 1256 von einem gewiſſen Richard von Frieſack(2). Ein Streit, der ſich 1258 zwiſchen dem Domcapitel und dem Kloſter Lehnin hinſichtlich einer Getreiderente in Wachow und Golitz erhoben hatte, ward von Biſchof Otto(1252 1260) als Schieds­richter beigelegt. 1261 verkaufte Markgraf Otto III. dem Ca­pitel das Dorf Stargezar(bei Pleßow), das zwar 1287 ſchon wüßte war. Um dieſe Zeit ſchwebte ein harter Zwiſt zwiſchen dem Praͤmonſtratenſer Kloſter in Leizkau und dem hieſigen Dom­ſtifte: er betraf den Antheil des erſtern an der Wahl des Bi­ſchofs. Nach Biſchof Otto's Tode war eine Spaltung entſtan­den, indem die Leizkauer Moͤnche, unzufrieden, daß ihr Propſt nicht zur Wahl gezogen worden, ihren dermaligen Vorſtand Theo­dorich zum Biſchofe erkoren und beim Erzbiſchofe in Magdeburg einkamen, die von den Brandenburger Domherren getroffene Wahl in der Perſon Heinrichs von Oſtheren zu annulliren. Dieſe dage­gen wandten ſich an den Papſt(Clemens), und der beauftragte nicht bloß den damaligen Biſchof in Regensburg, die Wahl des Stiftes gut zu heißen(1263), ſondern verwies auch den Leiz

) S. Gercken Cod. diplom. VII. S. 334. Dort wird Klinke ein Dorf (villa) genannt.

2) S. die ungedruckte Urkunde im Domarchiv. Copiar. antid. F. 149. Die übrigen Beläge in Gerckens Stiftshiſtorie.