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eigenthuͤmlich, frei von allem Zolle und von all dem Hofedienſte, den die Bauern daſelbſt an einem Damme zu leiſten hatten, endlich ſo, daß ſie es nach ihrem eigenen Rechte beſitzen und verwalten konnten(1). Vier Jahre darauf(1295) ſprachen die beiden Markgrafen die Altſtaͤdter frei von jedem Schoſſe, von jeder Bede oder Urbede(2)— bis dahin hatten ſie 20 Mark entrichtet(2)— und vereigneten ihnen das Dorf Luckeberg mit allem Zubehör nach und mit dem Stadtrechte(). Als Konz rad II. 1301 mit Tode abgegangen war, trat Woldemar an deſſen Stelle, und dieſer und Otto IV. ſchenkten der Altſtadt 1305 den(altſtädtiſchen)»Wendkiez« und den„See zu Beez« (Beezſee) mit allen Rechtſamen, mit der Bede, mit dem oberſten und ſydeſten() Gerichte(3). Durch ſolche Begabungen gewann natürlich die Stadt an Einkünften, an Vermoͤgen, und wohl mochte ſie jetzt anfangen, ſich etwas mehr aufzunehmen. Neben den Schoppen und Rathmaͤnnern, welche nun urkundlich erſcheinen, treten wieder zwei Schulzen auf(1294), die das W. um Plaue an das Kloſter Lehnin veräußern(7), Weil das Gebiet der Altſtadt an den Wald des Dorfes Goͤrne ſtieß, und dieſes Dorf dem Domcapitel gehörte, die beiderſeitigen Grenzen aber nicht gehoͤrig geſchieden waren, fo entſtanden Zwiſtigkeiten. Man wandte ſich an die Markgrafen, und Otto IV. und Woldemar beorderten einige ihrer Hofbeamten, die ſich ſelbſt in den Wald hinaus verfügten und die Grenzen durch Steine oder Erdhuͤgel beſtimmten(5).
Otto IV. verließ das Zeitliche 1309. Nun war von der Johannitiſchen Linie allein noch Woldemar übrig, und als alleiniger
) Die Urkunde ſteht gedruckt in Gerckens fragm. March. I. Nr. 19 )Ebendaſelbſt Nr. 21.
3) S. Landbuch S. 9.
) S. Gercken ebendaſelbſt 11I. Nr. 7.
3) D. i. niederſten: eine Form, die in den alten Urkunden Sfter vor kommt.
) Die Urkunde noch ungedruckt, die aͤlteſte in deutſcher Sprache im hieſigen Archive.
) S. Riedel's diplom. Beiträge J. Nr. CIII.
3) S. Gerckens Stiftshiſtorie Nr. LIXXXVI.
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