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Geschichte der Kur- und Hauptstadt Brandenburg von den frühesten bis auf die neuesten Zeiten : Mit Benutzung des Stadt- und Stiftsarchives und anderer gedruckter und ungedruckter Urkunden / Von M. W. Heffter, Königl. Professor und Prorector am Gymnasio zu Brandenburg ...
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rungen gar ſehr gelitten, fo daß fie ſelbſt dem Mangel preis ges geben waren: weshalb ihnen 1300 die Kalandsbrüder in Teltow das ius patronatus über einen Altar in der Marienkirche zu Berlin mit allen feinen Einkünften geſchenkt hatten(), nach­dem ihnen und ihrem Biſchofe das Jahr vorher Markgraf Herz mann wegen einer Schuld von 300 Mark Silber die Stadt Tel­tow nebſt 7 Dörfern übergeben mit dem Beding, daß fie dieſe Ortſchaften behalten ſollten, wofern er ohne maͤnnliche Nach­kommen verſtuͤrbe. Dieß geſchah zwar nicht, und fo wird dem Biſchof und feinem Capitel wieder die Schuld abgetragen wor­den fein, wie es ſtipulirt war(2). Für den Erlaß des Zehnten von demjenigen Hofe in Cracow, welcher dem Hauſe St. Spi­ritus in der Neuſtadt Brandenburg uͤberlaſſen worden war, er­hielt das Stift alljaͤhrlich eine halbe Mark Silber(ſeit 1303), 1305 aber nebſt dem Pfarrlehn über die Katharinenkirche hie­ſelbſt auch das in Nauen; 1313 kaufte es von den Herzögen in Sachſen das alte Stammgut der Familie von Oppen, Freders­dorf bei Belzig(2). 1315 verpfaͤndete ihm der Markgraf Wol­demar das Dorf Barnewitz, und zwei Jahre nachher trat er es ihm kaufsweiſe gänzlich ab. Johann der Erlauchte aber beſtaͤ­tigte ihm 1316 den Erwerb von Ploͤtzin und kurz darauf das Eigenthum der Oberhavel ſammt der ganzen Fiſcherei. 1317 ver­kaufte ihm der damalige Biſchof Johann von Tuchen(1317 1326) die Doͤrfer Weſeram und Tikow, ingleichen eine Hufe in Klebelock und im folgenden Jahre das Pfarrlehn der Kirche zu Markow und Markede(*), Markgraf Woldemar aber 1318 eine Wieſe bei der Hohenwarde und eine Inſel in der Havel bei der Neuſtadt Brandenburg, eine Lache, und den Dunkerſee(5), end lich noch eine Hufe in Klebelock(5). Einige Jahre vorher war die Petricapelle nahe daran zu verfallen: ſie zu erhalten, wies

1) S. Fidiein II. S. 9 f. 2) S. Lenz Brandenb. Stiftsh. S. 75 f. Gercken S. 134. Wohlbruͤck: Geſch. der Familie v. Alvensleben. J. S. 146 f.

23) S. die ungedr. Urkk. im Stiftsarchiv. Copiar. antiq. p. 65 sq. 106. ) S. Gercken S. 141. und Appendix No. 2.

) S. die ungedr. Urk. im Domarchiv. Copiar. antiq. p. 57.

) S. die ungedr. Urk. ebendaſ. Copiar. antiq. p. 75,