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Geschichte der Kur- und Hauptstadt Brandenburg von den frühesten bis auf die neuesten Zeiten : Mit Benutzung des Stadt- und Stiftsarchives und anderer gedruckter und ungedruckter Urkunden / Von M. W. Heffter, Königl. Professor und Prorector am Gymnasio zu Brandenburg ...
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der Biſchof Friedrich(1303 1316) 1311 drei Pfund Bran­denb. Pfennige aus feinen jahrlichen Einkuͤnften in Templin an, und weil dieſe nicht zureichend waren, 1314 noch andere 9 Pfund, nachdem das Jahr vorher ſchon der Erzbiſchof von Coͤln einen Ablaßbrief für dieſelbe ausgefertigt hatte(). Endlich war auch ein Domherr in Magdeburg ſo gnaͤdig, 4 Wispel Roggenpacht aus ſeinen Einkuͤnften zu Klebelock zu geben, ſo daß die Kirche wieder in Stand geſetzt, Gottesdienſt darin gehalten und eine jährliche Gedaͤchtnißfeier zu Ehren des vorigen Biſchofs began­gen werden konnte(2).

Gleich nachdem Rudolph von Sachſen ſeine Vormundſchaft angetreten hatte, nahm er(den 19. Oktober 1319) den Propſt und das ganze Domeapitel hieſelbſt in feinen beſondern Schutz und verſicherte ihm dieſen auch noch in einem Schreiben an den Biſchof(2). Das Jahr drauf ſchenkte er ihm einige jährliche Renten aus dem Brandenburger Zoll(); der Altſtadt beſtaͤtigte er 1320 ihre Privilegien() und hieß es gut, als in demſelben Jahre der Buͤrger in der Neuſtadt Nicolaus von Steinhaus auf jene ihm von Heinrich dem Erlauchten verſchriebenen jaͤhrlichen Rente an Geld und Salz aus dem Zolle in Brandenburg zu Gunſten des Altares der Verſtorbenen in der Katharinenkirche reſignirte(5). Zu der Zeit geſchahe es auch, daß der erſte Geiſtliche an dieſer Kirche mit Bewilligung des Biſchofs Johann auf den Zehnten oder Dreißigſten von der Feldmark Stenow Ver­zicht leiſtete, damit die Bürger dafür bei der Capelle St. Spi­ritus einen Meßprieſter anſtellen koͤnnten, wogegen ihm dieſe 2 Hufen im Muͤhlenfelde zehentfrei abtraten und den von ſol chen Hufen dem Prediger in Klein-Kreuz zugeſtaͤndigen Zehnten demſelben zu entrichten verſprachen(7). Rudolph hatte jedoch im Ganzen wenig Gluck mit feiner Vormundſchaft; er ſcheint ſich

) S. die ungehr. Urk. ebendaſ. Copiar. nov. Vol. I. E. 58,

2) S. Buchholtz. V. Anh. S. 8.

3) S. Gercken S. 144 f.

) S. die ungedr. Urk. im Domarchiv. Vgl. Copiar. antiq. p. 67. ) S. Fincke's Progr. 1749. S. 16.(wo faͤlſchlich 1309 ſteht).

5 S. die ungedr. Urk. im Domarchiv. Copiar. antid. p. 10,

) S. Fincke S. 17.