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Tuch) ſollte in den Kaufhäufern nach wie vor bleiben; die Gewandſchneider in der Altſtadt ſollten das Recht haben, in der Neuſtadt feil zu halten und umgekehrt; wenn ein Altſtaͤdter Buͤrger durch die Fluthrinne(Schleuſe) fahren wollte, ſo koͤnnte er das thun und duͤrfte nur ſo viel wie der Neuſtaͤdter geben u. ſ. w. Alles Dinge, die einen nicht unklaren Blick in die damaligen Verhaͤltniſſe beider Staͤdte thun laſſen.
Noch iſt aus dieſer Zeit zu merken, daß im Jahre 1322 ſich die Magiſtrate der beiden Staͤdte Brandenburg, Berlin und Coͤln mit den landesherrlichen Muͤnzmeiſtern zu Brandenburg und Berlin über mehrere, die Münzen in den r, Staͤdten betreffende Gegenſtaͤnde vereinigten. Es ſollten z. B. Pfennige ge= ſchlagen werden von 141 loͤthig Silber, 29 Schilling auf eine Mark gehend; die Munzmeiſter ſollten, beim Einwechſeln der alten Pfennige gegen neue, 16 alte Pfennige für einen einzigen Schilling nehmen u. ſ. w.(I). So war denn die Münze hier in Brandenburg noch immer in Thaͤtigkeit und ſtand gewiſſer Maaßen in Controle des Magiſtrates.
Rudolph hatte ſich durch fein kluges und wohlwollendes Bes nehmen allgemein beliebt gemacht, und ſo war es kein Wunder, wenn die Maͤrker in ihrer Verwaiſtheit und bei der Ungewißheit, wen fie kuͤnftig zum Herrſcher bekommen würden, den Wunſch hegten, ihn als Oberherrn zu behalten. Es verbanden ſich demnach 23 Staͤdte, an der Spitze derſelben die Alt- und Neuſtadt Brandenburg, und machten den 24, Auguſt 1321 die ſchriftliche uͤbereinkunft, ihren Huldigungseiden gegen Rudolphen getreu zu bleiben und gemeinſam nachzukommen, nach ſeinem Tode aber feinen Erben als Herrn der Mark anzuerkennen(2). Das half indeſſen nichts: Rudolph blieb nur kurze Zeit noch Verweſer des Landes. Der Grund davon war folgender: Nach dem Tode des Deutſchen Kaiſers Heinrichs VII.(1308— 1313) aus dem Hauſe Luxemburg hatte eine zwiefache Kaiſerwahl Statt gefun
) Die urk. bei Gercken: vermiſchte Abhandl. J. S. 14. Höfer: Auswahl d. Alt. Urk. II. No. 79. Grote: Blätter f. Muͤnzkunde. II. 66.
2) Die urk. im ſtaͤdtiſchen Archiv. Genau abgedruckt in Fidicin II. S. 21 ff.