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den: die eine Parthei hatte den Herzog Ludwig von Oberbaiern, die andere den Herzog Friedrich von Oſterreich gewahlt. Herzog Rudolph von Sachſen hatte es immer mit dem letztern gehalten. Lange währte der hitzige Streit zwiſchen beiden Kaiſern, bis die Schlacht bei Mühldorf 1322 dem Herzog Friedrich den Sieg und die Freiheit koſtete. Jetzt war Ludwig Oberhaupt des Deutz ſchen Reiches und mochte denen zuͤrnen, die auf Seiten des Gegners geweſen waren, auch dem Herzoge von Sachſen. Über dem mochte dieſer bei dem ſchwankenden Zuſtande der kaiſerlichen Gewalt nicht verſucht oder unmöglich befunden haben, die Belehnung über die Mark zu erhalten, und ſo war es ganz in der Ordnung, daß jetzt das Land als ein eroͤffnetes Reichslehn anz geſehen wurde. Kaiſer Ludwig betrachtete das Ganze als eine höoͤchſt gunſtige Gelegenheit, die Beſitzthümer feines Hauſes zu vermehren: er ſchenkte es ſeinem Sohne Ludwig(d. aͤltern), der damals etwa 12 Jahr ſein mochte(zu Ende des Jahres 1322), d. h. er nahm, bei dieſer Minderjaͤhrigkeit dieſes feines Sohnes, fuͤrs Erſte die Mark ſelbſt in Beſitz. Dieß geſchahe 1323. Herzog Rudolph ergriff die Hügere Parthei und zog ſich zuruͤck, ohne das Waffengluͤck zu verſuchen. Alsbald zeigte Kaifer Ludwig feinen Einfluß auch auf Brandenburg. Den Buͤrgern der Altſtadt vergoͤnnte er(1323), zum Vortheil ihrer Gemeinde zwei oder drei Juden, die unter ihrem Schutze ſtaͤnden und ſonſt frei von allen Schatzungen an den Landesherrn wären, unter ſich wohnen zu laſſen(1) ſodann ſchenkte er ihr in demſelben Jahre die Mühle, welche zwiſchen beiden Staͤdten auf dem Steinwege lag(2), und das oberſte Gericht auf dem
Das Jahr drauf(1324) übertrug der Kaiſer ſeinem Sohne, trotz deſſen Jugend, ſchon die Regierung über die Mark: ſeitdem finden wir denſelben in den Urkunden immer als Markgrafen 1) S. Gercken fragm. March. III. No. 20. Dieſe Juden gaben alſo nicht dem Landesfuͤrſten Schutzgeld, ſondern der Stadt: für letztere war es eine Revenue; daher jene Verguͤnſtigung. 2) Das muß eine der Mühlen. fein, welche noch jetzt zwiſchen beiden Staͤdten liegen. S. Gercken a. a. O. No. 21.
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