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Geschichte der Kur- und Hauptstadt Brandenburg von den frühesten bis auf die neuesten Zeiten : Mit Benutzung des Stadt- und Stiftsarchives und anderer gedruckter und ungedruckter Urkunden / Von M. W. Heffter, Königl. Professor und Prorector am Gymnasio zu Brandenburg ...
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gen, gab ber damalige Papſt Nicolaus V., der Erzbiſchof von Magdeburg und noch viele andere Biſchoͤfe allen denen, welche zum Bau des Gotteshauſes beitragen wurden, 840 Ablaß­tage(I). Die Neuſtadt wurde von Ludwig d. 4. ebenfalls mehrfach be­dacht. Zuerſt beſtaͤtigte er ihr alle Privilegien, welche Johann ihr bereits zugetheilt hatte(*); ſodann ſchenkte er ihr das Dorf Kreuzwitz(Klein-Kreuz) mit allem, was dazu gehörte, auch mit dem damals mit Holz bewachſenen Berge, die Hohenwarde genannt, frei und ohne alle Bede und alle Dienſte. Desgleichen die Mühlen bei der Stadt, für welche fie dem Landherrn jaäͤhr­lich 30 Mark Silber, 15 Wispel Korn und 15 Wispel Malz liefern ſollte; auch ſollten die Neuſtaͤdter verbunden fein, den Muhlendamm nebſt den Mühlen in baulichem Stande zu erhal­ten(3). Ferner bekam die Stadt als» Geſchenk, das ſie von den alten Markgrafen her für eine gute Gewohnheit und Ge­»rechtigkeit gehabt haͤtte,« die Zollfreiheit im ganzen markgraͤf­lichen Gebiete: nur allein vom; Fiſchzolle ſollte auch fie, wie die Altſtadt, nicht frei ſein. Zugleich beſtimmte er die Beden, welche fie von folgenden Dörfern zu beziehen hatte: aus Roskow(von 13 Hufen a 6 Schillinge), aus Guten Paaren(von 7 Hufen a8 Schillinge und 8 Pfennige); aus Zachow(von 5 Hufen a 6 Schillinge), aus Peweſin(von 8 Hufen à 4 Schillinge), aus Wuſt(von 12 Hufen à 4 chillinge)(Y. Jetzt ſehnten ſich die Neuſtaͤdter los zu werden der Oberlehnsherrſchaft des Magde­burger Erzbisthumes, die einſt(1196) das Ascaniſche Haus über ſie gebracht: ſie konnten ſolche nicht anders erlangen, als wenn ſie ſich an den Kaiſer ſelbſt wendeten. Dieſer hielt ſich damals gerade in Frankfurt a. d. O. auf. Dahin alſo wurden Abge­ordnete geſandt, und Kaiſer Ludwig war fo gnaͤdig, in Frank furt das Diplom abfaſſen zu laſſen, das jene Lehnsabhaͤngigkeit ) S. die Inſchrift an der Wand bei der Treppe nach dem Chore hin­auf. Gedruckt und von Birkenſtock uͤberſetzt und erlaͤutert im Bran­denb. Anzeiger. 1810. No. 77 f.

) Die urk. im ſöaͤdt. Archiv.

3) Die urk. im ſtaͤdt. Archiv.

) Die urk. im ſtaͤdt. Archiv,