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Geschichte der Kur- und Hauptstadt Brandenburg von den frühesten bis auf die neuesten Zeiten : Mit Benutzung des Stadt- und Stiftsarchives und anderer gedruckter und ungedruckter Urkunden / Von M. W. Heffter, Königl. Professor und Prorector am Gymnasio zu Brandenburg ...
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Seite
209
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209 aufhob und die Neuſtadt zum unmittelbaren Reichslehn machte(). Freilich war das dem Erzbiſchofe von Magdeburg verdrießlich, und lange nachher hat man von dieſer Seite noch auf das Recht Anſpruch gemacht.

Auch dem Stifte beſtaͤtigte Markgraf Ludwig d. a. beim An­tritt der Regierung alle Beſitzungen und Vorrechte(1324)(2), 1326 den Beſitz des Dorfes Guten Paaren(2), das ihm ſchon Rudolph von Sachſen geſchenkt hatte, und 1327 alles Andere, was die Domherren ſonſt noch von demſelben erkauft(9); das Eigenthum dieſer Erwerbungen ſchien ihnen unter den obwalten­den Verhaͤltniſſen nur fo geſichert werden zu koͤnnen. Biſchof Johann verkaufte dem Capitel 1325 die Wendiſchen Dörfer Sa­ringen und Tikow(8). Um dieſe Zeit brach zwiſchen dem Erz­biſchof und dem Erzſtifte in Magdeburg und dem Biſchof und Capitel in Brandenburg über verſchiedene Gegenſtände ein hefti­ger Zwiſt aus: der Markgraf nahm ſich der letztern an, und 1326 ward das Ganze beigelegt(). Im Jahre darauf wird den Brandenburger Domherren von Seiten Ludwigs des Sohnes der ſtrenge Befehl, bei Confiscation aller Güter, den Bannfluch, welchen der Papſt gegen ſeinen Vater, den Kaiſer, geſchleudert, innerhalb ihres Sprengels auf keine Weiſe in Ausübung zu brin­gen, und ſie ſcheinen gehorcht zu haben(5).

Dagegen iſt dieſe paͤpſtliche Geißel um jene Zeit lange über unſern beiden Staͤdten geſchwungen geweſen: der Grund iſt etwas fern zu ſuchen. Es hatte der damalige Papſt Johann XXII., ein unruhiger, partheiſuͤchtiger, raͤnkevoller Menſch, ein Gegner und Feind des Kaiſers Ludwig, dieſen, vielleicht aufgehetzt durch Herzog Rudolph von Sachſen und die Ascaniſchen Fuͤrſten in Anhalt, welche es nicht verſchmerzen konnten, trotz ihrer An­

) S. dieſe wichtige Urk. gedruckt bei Gercken a. a. O. III. No. 26. 2) S. die ungedr. Urk. im Domarchiv. Vgl. Gopiar. anti. p. 200.

) S. die ungedr. Urk. im Domarchiv. Vgl. Copiar. antiq. p. 61.

) S. Gercken Stiftsh. S. 149.

S. die ungedr. Urk. im Domarchiv. Vgl. Gercken S. 145.(hier eine falſche Jahreszahl).

) S. Gercken a. a. O. No. XCI. XCIII u. f.

Gercken No. XCV.

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