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Woldemar, bis dieſer ſie von Deſſau aus, wohin er ſich ge— wandt hatte, und wo er bis an ſein Ende(1356) verblieben iſt, ſelbſt ihrer Huldigung entband und an ihre rechtmäßigen Landes herren verwies(1355)(1), d. h. nicht mehr an Ludwig d. ä. — dieſer hatte, ſich mit feinen Beſitzungen in Baiern begnügend, 1351 die Regierung über die Mark abgegeben— ſondern an deſſen Brüder, Ludwig den Römer und Otto den Finner. Die Anhaltiniſchen Fuͤrſten erhielten wegen einer Schuld von 11,000 Mark Silber, wahrſcheinlich als etwaniges Abſtands- und Ent⸗— ſchaͤdigungsgeld, beide Städte Brandenburg, Templin, Goͤrzke und Prenzlau verpfaͤndet(1355) und beſtaͤtigten fo dieſen(z. B der Altſtadt Brandenburg(2)) ihre Rechtſame.
Als Inhaber der Mark hatte Ludwig der Römer(*) ſchon 1353 der Bruͤderſchaft der Elenden in der Altſtadt eine jährliche Rente von 30 Schilling Brandenb. Geld aus dem Dorfe Ros— kow geſchenkt() und einem feiner Ritter 12 Wispel Malz aus der neuſtaͤdtiſchen Mühle jährlich zu erheben angewieſen(5). Nach dem Rücktritt des falſchen Woldemars(1355) beſtaͤtigte auch er beiden Staͤdten ihre Privilegien(7) und verſpricht, ſeine Soldaten, im Falle er mit Heeresmacht in ihre Nähe kaͤme, nicht in ihre Mauern zu legen, ihnen auch voͤllige Verzeihung wegen des Vergangenen angedeihen zu laſſen. Im Jahre 1356 überläßt er dem Munzmeiſter hieſelbſt— er hieß Merſen, und ſpaͤter war es Werner von Luchin(7)— 20 Mark aus der Münze und erlaubt ihm, wie allen Muͤnzmeiſtern in der Mark, neue Pfennige zu ſchlagen(). 1358 übereignet er dem Hauſe St. Spiritus in der Neuſtadt 5 Stück(frusta) und 5 Schil— 8557 1719. S. 10. Not. 1. Föͤrſter's Geſch. d. Mark Branenb. 97: hi e,. Urk, im ſtaͤdt. Archiv.
o genannt, weil er zufällig bei einer Anweſenheit ſeines Vaters ind ſeiner Mutter in Rom(1327) geboren worden war. *) 8 Gercken Cod. diplom. VI. No. 69. 5) S. Gercken a. a. O. No. 73. ) Das Privilegium der Altſtadt gedruckt bei Gercken 4. 4. O. S. 485 ff.
das der Neuſtadt bei Finde, 1753. S. 8 f.
S. Gercken a. 4. O. S. 528. 540.
S. Gercken a. a. O. No. 1II. 117.
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