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Geschichte der Kur- und Hauptstadt Brandenburg von den frühesten bis auf die neuesten Zeiten : Mit Benutzung des Stadt- und Stiftsarchives und anderer gedruckter und ungedruckter Urkunden / Von M. W. Heffter, Königl. Professor und Prorector am Gymnasio zu Brandenburg ...
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linge als die jährlichen Einkünfte von 5 Hufen aus dem Dorfe Wuſt(i), und der Gülde der Brüder der Verbannten in der Altſtadt eine jährliche Rente aus der Fiſcherei in der Unterhavel neben dem Kaufhauſe(theatro(?))(3) und 1364 ebendaſelbſt zwei Hufen im Dorfe Peſſin den Kalandsbruͤdern zur Unterhal tung eines Prieſters beim Altare des Apoſtels Andreas in der Gotthardskirche(I). Um dieſe Zeit(1319) kommt zum erſten Male in Urkunden jene kleine vor dem Steinthore der Neuſtadt belegene, dem heiligen Jakobus geweihte Capelle vor: der Ma­giſtrat ſchenkte ihr zur Unterhaltung 35 Mark Silber und den ſogenannten Jakobswerder(5).

Bei dem Stifte fielen während dem nur unbedeutende Ver änderungen vor. Auch feine Privilegien wurden von Ludwig d. ü. 1361 beſtaͤtigt, und als die Kirche im Dorfe Nykammer(h. z. T. Kammer) zu jener Zeit ein bedeutender Wallfahrtsort geworden, dergeſtalt daß ſie ſelbſt die Marienkirche bei Brandenburg ver dunkelte, dem Propſte und feinem Capitel aber dadurch eine an= ſehnliche Einbuße erwuchs, ſo ward dieß dem Biſchof vorgeſtellt, und dieſer verordnete, daß der Pfarrer in Nykammer die Opfer mit dem Domſtifte theilen ſollte(1362)(7).

Karl IV. wahr und machte 1363 mit ihnen einen Erbvertrag, nach welchem er und ſeine Soͤhne das Recht der Erbfolge ha ben ſollten, im Fall daß jene ohne männliche Nachkommen ver­ſtuͤrben. Sofort nahm auch ſein aͤlteſter Sohn Wenzel die Erb huldigung in der Mark ein und bediente ſich des Titels und des Wappens der Markgrafen. Das war den Anhaltiniſchen Fuͤr­ſten ſehr unlieb: ſie mochten immer noch gehofft haben, wieder zum Beſitze der verlornen Erbſchaft zu gelangen, und uͤberdem

) Die urk. im ſtaͤdt. Archiv. Vgl. Finde, 1749. S. 19, 2) Wo dieß geſtanden habe, iſt ungewiß.

3) S. Gercken's fragm. March. J. No. 39.

) Die urk. im ſtaͤdt. Archiv.

3) S. Finde a. a. O.

5 S. Gercken's Stiftsh. S. 164. und die dazu gehörigen Urkk.