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waren ihnen noch jene Maͤrkiſchen Städte, namentlich die beiden Städte Brandenburg, verpfaͤndet. Sie fuͤrchteten, jene Erbhuldigung möchte ihrer Pfandhuldigung Eintrag thun. Sie dran: gen daher auf eine völlige Beſitznahme, ertheilten auch den Städten(z. B. Brandenburg) einen Schutzbrief() und erwirkten ſich beim Kaiſer ein Decret aus, die ihm von den Bürgern gethanene Erbhuldigung ſollte der Verpfaͤndung an die Anhaltiniſchen Fuͤrſten ganz unſchädlich fein, Darauf hielten die Staͤdte beim Markgrafen um das Verſprechen an, daß fie fuͤrder nicht mehr verpfaͤndet werden möchten, und es ward ihnen gewaͤhrt. Doch blieben fie es noch bis 1369(27).
Nach dem Tode Ludwigs des Roͤmers(1365) fiel die Mark an Otto, der wegen ſeiner Trägheit und niedern Sinnesluſt nach Baieriſchem Provinzialismus der Finner genannt worden iſt: er war, wie wir oben bemerkten, noch von Ludwig d. a. in den Erbvertrag über die Mark aufgenommen worden. Dieſer beſtaͤtigte als Herr des Landes im genannten Jahre dem Stifte und den beiden Städten ihre Privilegien(2), ſchenkte dem Altare der heiligen drei Könige in der Katharinenkirche aus dem Zoll und der Münze daſelbſt eine jährliche Rente(1367)(“), desgleichen dem Altare des heiligen Philippus und Jakobus, und endlich eine dem Altare des heiligen Nikolaus(1372)(5). In dieſer Zeit(1368) kaufte der Altſtaͤdtiſche Magiſtrat einige EinFünfte aus den Gewaͤſſern bei der Stadt von denen von Boͤne mit Bewilligung des Markgrafen und der Anhaltiniſchen Pfandherren(2), von welchen letztern beide Staͤdte nun(1369) frei wurden; jetzt erſt geſchahe nämlich die Einloͤſung(7). Vielleicht verkaufte zu dieſem Zwecke Otto das Munzrecht an die mittelmaͤrkiſchen Städte und Vaſallen im genannten Jahre(5).
) Die urk. im ſtaͤdt. Archiv. Vergl. Buchholtz. II. S. 286. und die Urk. V. Anh. S. 125. No. 77. S. die Urkk. im Stadtarchiv u. vgl. Gercken S. 169, Die Urk. gedruckt bei Buchholtz a. 4. O. S. 124 f. No. 76. 3. Gercken S. 170. u. 174. nebſt Urk. No. 121. S. Buchholtz a. 4. D. S. 125. No. 77. S. Buchholtz a. a. D. S. 128. 3. Gercken Cod. diplom. II. No. 379.