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Geschichte der Kur- und Hauptstadt Brandenburg von den frühesten bis auf die neuesten Zeiten : Mit Benutzung des Stadt- und Stiftsarchives und anderer gedruckter und ungedruckter Urkunden / Von M. W. Heffter, Königl. Professor und Prorector am Gymnasio zu Brandenburg ...
Entstehung
Seite
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228 mund die Beſtaͤtigung aller ſeiner Gerechtigkeiten und Guter; das Jahr drauf den ten Theil des Wubelitzer Sees und eine jährliche Rente aus dem Waſſer bei Pritzerbe. 1383 vertauſchte es an den Biſchof gegen das Dorf Niendorf in der Zauche das Dorf Groͤningen im Havellande und erhielt für feinen Hof in Berlin(auf dem Kirchhofe u. J. Fr.) Freiheit von allen ſtaͤdti­ſchen Laſten, verglich ſich mit der Altſtadt wegen der Fiſcherei auf dem Beezſee und erkaufte noch eine jährliche Rente im Dorfe Tremmen und die andere Haͤlfte der Ketziner Havel. Bei dem Allem kann es damals um das Stift doch nicht gut geſtanden haben: im Jahre 1385 erſucht wenigſtens das Capitel in einem Schreiben den Erzbiſchof in Riga und das Hochſtift daſelbſt, fie möchten einem feiner Domherren ein Jahr lang Unterhalt ge= ben; die Einkuͤnfte des Stiftes wären ſeit einiger Zeit fo ſehr geſchmaͤlert worden, indem der Erzbiſchof Albrecht in Magde burg durch feine Dienſtmannen, Voͤgte, Vaſallen u. ſ. w. die Stiftsguͤter auf eine graͤßliche Weiſe heimgeſucht hatte. Gemeint war damit wahrſcheinlich jener bekannte Einfall der Magdebur­ger, der ihnen Gelegenheit gegeben hatte, das Schloß Milow wieder herzuſtellen und aufs neue zu befeſtigen, von wo aus insbeſondere dem Stifte ein großer Schade zugefügt wurde. We­gen der Grenze bei Goͤpel machten die Domherren in demſelben Jahre einen Grenzvergleich mit der Altſtadt. 1386 gewannen fie einige Revenden aus dem See zu Guten Paaren, aus dem Dorfe Tremmen und dem Kruge in Peſſin, und 1387 aus der Havelfiſcherei bei Pritzerbe. In dieſem Jahre ward endlich den Befehdungen des Magdeburger Erzbiſchofs ein Ziel geſetzt in Folge eines Vergleichs, worauf der Erzbiſchof dem Capitel den See bei Wuſterwitz und den Wald Grenert kaufsweiſe uͤbereig­net. An dem letztern muß ein gewiſſer Albrecht von Sandow auch einen Antheil gehabt haben; denn 1388 verkaufte er denſel­ben ebenfalls an das Stift mit Bewilligung des Erzbiſchofs(*). Unterdeſſen war in der Altſtadt ein großer Theil der Schoͤp pen verſtorben und ihre Stellen nicht wieder beſetzt geworden (1394). Als der Markgraf Sigismund davon Kunde erhielt,

) S. über alles dieß Gercken a. a. O