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Geschichte der Kur- und Hauptstadt Brandenburg von den frühesten bis auf die neuesten Zeiten : Mit Benutzung des Stadt- und Stiftsarchives und anderer gedruckter und ungedruckter Urkunden / Von M. W. Heffter, Königl. Professor und Prorector am Gymnasio zu Brandenburg ...
Entstehung
Seite
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230 Biſchof Dietrich von Brandenburg Jedem, der dazu fein Scherf: lein beitragen würde, einen 40⸗-taͤgigen Ablaß(1). Durch ſolche Mittel nämlich wurden jene Rieſenwerke altgothiſcher Architekto nik im Mittelalter, die noch jetzt unſere Bewunderung in Anz ſpruch nehmen, ins Leben gerufen. In demſelben Jahre verbrief ten die Mönche des Prediger(Dominikaner)-Ordens der Gülde u. l. Fr. in ihrer(Pauli-) Kirche einen Altar(2), und der Prior der Dominikaner verhieß den Mitgliedern dieſer Guͤlde die Theilnahme an allen geiſtlichen Handlungen(2). 1386 kauften die Kalandsbruͤder daſelbſt zu ihren Zuſammenkuͤnften und ge­meinſchaftlichen Schmauſereien ein Haus auf dem Kirchhofe bei der St. Katharinenkirche bei der Schule(die dem Gymnaſial­gebäude zunaͤchſt gelegene Diaconatswohnung(*). Dieß iſt zu: gleich das erſte und aͤlteſte Zeugniß von einem Schulhauſe in der Neuſtadt, an der Stelle, wo gegenwärtig das Gymnaſium ſteht, und folglich auch das aͤlteſte Zeugniß von der Exiſtenz ei ner Schule hieſelbſt. uͤber die Einrichtung derſelben erfahren wir nichts. In eben dem Jahre verſetzte der Hauptmann der Mark, Lippold von Bredow, und Ottwin, ſein Landſchreiber, im Namen ihres Herrn, des Markgrafen Siegmund, der Neu ſtadt das oberſte Gericht in derſelben, desgleichen das hoͤchſte und niedrigſte Gericht Ka dem Kiez(Woltitz) mit allen Nußunz gen und Zubehoͤrungen. Dieſe Verſetzung beſtaͤtigte Sigismund noch vor der der Mark(5).

Mit dieſer, auch unſerer Stadt unheilvoll gewordenen Ver­pfaͤndung verhielt es ſich folgender Maaßen. Sigismunden ward die Erwerbung des Koͤnigreichs Ungarn uͤber die Maaßen ſchwer gemacht: nur durch die größten Geldopfer gelangte er dahin. Dieß ſteigerte feine ſonſtigen pecuniaäͤren Verlegenheiten noch mehr. Nun hatte er zwei reiche Vettern, die Markgrafen von Maͤhren, e,. oder Jobſt und Procopius. Mit dieſen war er bereits

1) Hercken S. 188.

*) Die urkk. im Stadtarchiv.

Ebenſo.

Die urk. im ſtaͤdt. Archiv. Gedruckt, aber nach einer Copie, bei Fincke. 1750. S. 6 f.

Die Urkk. im Stadtarchiv. Vgl. Copiar. der Nenſtadt S. 620 ff

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