Mark mit ihm zu Rathe zu gehen, und einige Monate ſpaͤter hatte er auf einem Ungariſchen Schloſſe mit feinem Bruder Yo: hann und feinen beiden Hauptglaäͤubigern, Jobſt und Procopius, eine Zuſammenkunft, wo die Verpfaͤndung an die beiden letztern nun wirFlich verabredet wurde. Sie geſchahe, mit Genehmigung des Kaiſers Wenzel und des Herzogs Johann(von Goͤr— lit)— fie waren bei der Sache zunächft betheiligt— und fie beide und Sigismund verwieſen nun das Land zur Huldigung an die beiden Maͤhriſchen Herzoͤge. An dieſe ging alſo jetzt der Beſitz der Mark uber; doch hatte Jobſt den groͤßern Antheil am Pfande, fuhrte auch allein die Regierung. Dem Procop ward nur eine eventuelle Huldigung(1). Daher ertheilte auch ohne deſſen Zuziehung Jobſt den Ständen, unter andern den beiden Städten Brandenburg und dem Stifte hieſelbſt(2), die Beſtaͤtigung ihrer Rechtſame, nachdem ſie den Huldigungseid geleiſtet.
Jobſt betrachtete die Mark gleich einer Milch gebenden Kuh, die man bloß inſofern ſchätzt, als ſie eben dieſen Nutzen gewaͤhrt. Ihm war nur daran gelegen, für das an Sigismund geliehene Capital moͤglichſt viele Zinſen heraus zu ziehen. Er kam oͤfter ins Land, aber bloß um Geld zu holen: um Ordnung, Sicherheit, Recht und Gerechtigkeit kuͤmmerte er ſich wenig: das war auch feinem ſchlaffen Character nicht angemeſſen. Dagegen verkaufte er den Städten manche Freiheiten und Guter, wodurch dieſe allerdings an Macht, Reichthum und innerer Kraft gewan— nen. Ferner blieben fie ſich meiſt ſelbſt überlaſſen, mußten auf ihre eigene Hand für ihre Sicherheit ſorgen; dadurch wurden ſie ſelbſtſtaͤndiger, und geſchüͤtzt durch Mauern, Waͤlle, Graͤben, wie fie waren, konnten fie den Raͤubereien und Fehden des im— mer mehr verwildernden Adels allein Widerſtand leiſten. Was daher auf dem Lande nicht ſicher war, rettete ſich dorthin, und die Staͤdte wuchſen an Menſchenzahl. Das Alles kam natuͤrlich auch unſerm Brandenburg zu Gute.
Im Jahre 1388 gewann die Neuſtadt die Dorfſtaͤtte(das jetzige Vorwerk) Schmoͤlln, 3 Meile weſtlich: ſelbige beſtand
) S. Lancizolle a. a. O. ) S. Gercken Stiftsh. No. 133. a. und d. Urk. im Stadtarchiv.