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Geschichte der Kur- und Hauptstadt Brandenburg von den frühesten bis auf die neuesten Zeiten : Mit Benutzung des Stadt- und Stiftsarchives und anderer gedruckter und ungedruckter Urkunden / Von M. W. Heffter, Königl. Professor und Prorector am Gymnasio zu Brandenburg ...
Entstehung
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aus 12 Hufen, von denen der Schulze zwei im Beſitz hatte und als jährliche Abgabe ein Schock Huͤhner lieferte. Die Bauern gaben von einem Fiſchwehre 23 Schilling und 8 Rauchhuͤhner. Der Ort gehörte, wie ſchon zur Zeit der Abfaſſung des Land buches(1), der Familie von Alvensleben. Von dieſer erhielt denſelben, der aber nun ſchon nicht mehr ein Dorf, ſondern nur eine Dorfſtaͤtte war, die Neuſtadt als Lehn(2). Im 2 Jahre verſoͤhnte Markgraf Jobſt das Domcapitel wieder mit den Neuſtaͤdtern. Sie waren wegen eines Ackerſtuͤckes, das auf dem Wege nach Klein-Kreuz lag, uneins geworden, und ein Domherr, Wilcke von dem Berge genannt, der ſich vielleicht der Sache zu ſehr angenommen hatte, ward eines Tages ermordet gefunden. Natuͤrlich hielt man von Seiten des Stiftes einen Neuſtaͤdtiſchen Burger für den Thaͤter. Jobſt vermittelte das Ganze fo, daß erſtens das ſtreitige Ackerſtuͤck dem Domcapitel zuertheilt, zweitens aber der Neuſtadt das Verſprechen abgenom men wurde, jene Mordthat naͤher zu unterſuchen und den Moͤr der nicht in den Mauern zu dulden noch zu hegen(2). Das Jahr darauf(1389) traf das Domcapitel mit der Neuſtadt ei: nen andern Vergleich wegen einer Rente in Klein-Kreuz(5). Die Entſcheidung einer Streitigkeit wegen einer Fluth oder Waſ ſerableitung und einiger Fiſchereien mit der Neuſtadt, welche die Schiedsrichter nicht zum Nachtheil der Buͤrger entſchieden hat­ten, wurde durch eine puͤpſtliche Verordnung ſuſpendirt und die Sache einer nochmaligen Unterſuchung anempfohlen. Im An­fange desſelben Jahres hatte der Biſchof von Havelberg fuͤr die Domkirche zu Brandenburg einen Ablaßbrief ertheilt: alle dieje­nigen, welche zum Bau derſelben huͤlfreiche Hand leiſteten oder durch Wort und That dazu mitwirkten, ſollten 40 Tage lang Strafloſigkeit wegen ihrer Sünden genießen. Damals beſtaͤtigte auch der Biſchof dem Capitel in verſchiedenen Briefen die Pfarren

) S. Landbuch S. 124. Vgl. Wohlbruͤck's Geſch. d. Familie v. Al­vensleben. J. S. 332.

Die Urk. im Stadtarchiv.

3) Die urk. im Staatsarchiv in Berlin. Kaſten 373. No. 24.

Y Hieruͤber u. über d, Folgende vgl. Gercken S. 19 ff.