236 heit wieder erhielt, und die Stadt Rathenow wieder an die Maͤrker ausgeliefert werden mußte.
Mittlerweile hatte aber die Mark noch einen einſtweiligen Oberherrn bekommen. Jobſt naͤmlich war ob ſeiner Verſchwendungen und feiner unbrüderlichen Zwietracht mit Procopius in Geldverlegenheit gerathen und wuß te ſich nicht anders zu helfen, als daß er 1394 von feinem Schwager, dem Markgrafen Wilhelm zu Meißen, eine Summe Geldes lieh und ihm dafuͤr— die Mark verſetzte(i). Die Städte mußten demſelben huldigen, und ſie. es faſt alle; nur Treuenbriezen, Belitz und Mittenwalde weigerten ſich deſſen. Da ſchrieb Jobſt unter dem ;— des genannten Jahres von Prag aus an mehrere Städte in der Mark, unter andern auch an Brandenburg, und forderte ſie auf, dahin mitzuwirken, daß jene dem M darkgrafen von Meißen ebenfalls den Huldigungseid leiſteten(2). Markgraf Wilhelm aber, mit dem Beinamen der Einaͤugige, beſtaͤtigte nach Empfang des Eides den einzelnen Staͤdten die Privilegien, auch den beiden Städten Brandenburg(1395)(a). Von der Altſtadt entlieh er drauf im folgenden Jahre 100 Schock Groſchen, wobei ſich der Graf von Schwarzburg und Sonders—hauſen, Ortwin, Propſt zu Berlin, Lippold von Bredow u. A. verbürgten und gelobten, wenn der Schuldner ſaͤumig ſein ſollte im Wiederbezahlen zu der beſtimmten Friſt, ſo ſollten und woll— ten ſie eingeritten kommen in die Stadt, ſich in einen Gaſthof einquartieren und darin Einlage halten, als das Einlagerecht es erheiſchte: der Herr mit 4 Pferden, der Ritter mit 3, der Knecht mit 2, und die Stadt nicht eher verlaſſen, als bis das Geld
) Laneizolle(a. 4. O. S. 246 f.) zweifelt an der Richtigkeit dieſes Factums, aber ohne hinlaͤnglichen Grund. Warum huldigten die Städte dem Markgrafen von Sachſen? Warum beſtaͤtigte er ihnen ihre Privilegien? Das find unverwerfliche Zeugniſſe eines Über— ganges der Herrſchaft von Jobſten an Wilhelm, und die ſogleich anzufuͤhrende Urkunde bekraͤftigt es. Mit mir ſtimmt überein Kloͤden (die Quitzow's. J. S. 297.) und Aſchbach(Geſchichte Sigmund's I. S. 59.).
) Die urk. im ſtaͤdt. Archiv. Gedruckt bei Finde, 1750. S. 10. und bei Fidiein. II. S. 116 f. No. CIII.
>) Die urk. gedruckt bei Buchholtz. V. Anh. S. 165 f.