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gezahlt wäre(1). In demſelben Jahre(1396) verkaufte der Neuſtadt Albrecht von Sandau das Dorf» zu der Wendgraͤben« (jetzt das Vorwerk Wendgraͤben), mit allem Zubehör, mit Holz, Gras, Ackern und 36 Hühnern als Abgabe auf 12 Hufen, und 18 Schilling Pfennige Brandenb. Münze, jaͤhrlicher Pflege auf Martini, endlich mit 12 Huͤhnern auf 4 Hufen, von den fünz fen, die zum Schulzengute gehörten(2). Weil aber dieſes Dorf von der Stadt etwas entfernt liegt und in jenen Zeiten den Bes raubungen und Pluͤnderungen zu ſehr offen ſtand, ſo baten die Bürger den»Vorſteher der Alten und Neuen Mark zu Brandenburg,« den Herzog Wilhelm, ihnen zu erlauben, daſelbſt eine Landwehr anzulegen(3). Solches gewährte ihnen dieſer, als er im genannten Jahre in Brandenburg weilte, beſtaͤtigte ihnen auch bei der Gelegenheit den Beſitz des Gutes» von ſunderlichen Gnaden und ganzer voller Macht wegen, die er hätte vom hoch—gebornen Fürſten, Herrn Jobſt, Markgrafen zu Brandenburg«(). Als ſolcher Vorſtand der Mark verglich er 1398 den Magiſtrat in der Altſtadt mit Klaus Rauch, dem Schulzen, wegen des Beſitzes eines Waſſers und eines Sees(5). Um dieſe Zeit (1396) verhieß ein gewiſſer Jakob Roſſow dem Pfarrer in der Altſtadt den jährlichen Weinzehnten in feinem Weingarten am Marienberge, beſtehend aus einem»Stoveken Wines«(Stuͤbchen Weins), auf ewige Zeiten(5.
Inzwiſchen ſtarb Johann von Goͤrlitz(1396), und in ſein Land theilten ſich ſeine Bruͤder Wenzel und Sigismund. Dieſe aber veruneinigten ſich(vielleicht uͤber dieſe Theilung?) mit ih— rem Vetter Jobſt, und als derſelbe Wenzeln eines Tages in Böhmen beſuchte, nahm der letztere ihn gefangen(1397), ſetzte ihn jedoch bald darauf wieder in Freiheit und trat ihm die Lauſitz ab, belehnte ihn auch unter Sigismund's En enn, mit der Mark, ſo daß Jobſt von nun an wirklicher, erblicher Markgraf
) Die urk. im ſtaͤdt. Archiv.
2) Ebenſo.
3) Über den Zweck ſolcher Landwehren vgl. Fidiein. III. S. 47. Not. I. Die uUrk. gedruckt bei Gercken Fragm. March. III. No. 4.
Die Urk. im ſtaͤdt. Archiv.
9) Ebenſo.