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Geschichte der Kur- und Hauptstadt Brandenburg von den frühesten bis auf die neuesten Zeiten : Mit Benutzung des Stadt- und Stiftsarchives und anderer gedruckter und ungedruckter Urkunden / Von M. W. Heffter, Königl. Professor und Prorector am Gymnasio zu Brandenburg ...
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ben, wo erſt Rauch auf das Waſſer verzichtete, über welches man ſich geſtritten hatte().

Inzwiſchen war die Katharinenkirche in der Neuſtadt abge brochen worden(1395)(2) mit Ausnahme des Thurmes, wel­chen man ſtehen ließ(2), und der Bau begann aufs neue. Man hatte hierzu einen Meiſter aus Stettin kommen laſſen, Brunsberg mit Namen(). Im Jahre 1401 ward das herr­liche Gebaͤude, die groͤßte Zierde unſerer Stadt, vollendet: es iſt 94 Ellen lang, 44 breit, hoch 57, bis zum Gewoͤlbe im In­nern 25, iſt aus Backſteinen erbauet, aber im Außern ſo, daß immer einer Reihe rother eine Reihe dunkler, verglaſter Steine folgt. Außen, oben an dem Geſims laufen faſt rings um die Kirche die ſchoͤnſten Arabesken-Verzierungen, und in die in ei: niger Entfernung von einander hervorſpringenden, Pfeilern aus Sandſtein nachahmenden Gurten ſind Niſchen angebracht, in welchen die Bilder von Heiligen oder Apoſteln(von denen gegen waͤrtig leider viele fehlen), und über welchen ſchoͤne Gothiſche Verzierungen. Ausgezeichnet durch die mannigfaltigſten, kuͤnſt­lichſten Roſetten und andere Zierrathen find die beiden pracht­vollen Portale auf der ſuͤdlichen und nördlichen Seite(5): in der ganzen Mark Brandenburg duͤrfte man nichts Ahnliches fin­den. Im Innern ſind die Pfeiler überaus zart und ſchlank, das auf ihnen ruhende Gewölbe einfach und kuhn: das Ganze ge währt einen großartigen, Ehrfurcht erweckenden Anblick. Der Baumeiſter hat ſich durch dieß Werk ein unſterbliches Denkmal geſetzt, und noch heute gereicht es Stettins Bewohnern zu nicht geringem Ruhme, daß vor 4 Jahrhunderten aus ihren Mauern

ie Urk. ebendaſ. das alte Stadtbuch, worin der Vers: Milia trecenta post nonagintaque penta Est fractum prime templum Sancte Katharine.

Fincke a. 4. O.

die Inſchrift auf der Mitternachtsſeite der Kirche, außerhalb, links neben der Thür am Portale. Gedruckt bei Fincke a. a. O.

5) Entfernte Leſer, die den Anblick des Meiſterwerkes nicht ſelbſt ge­nießen konnen, ſinden einen Aufriß des ſuͤdlichen Vorſprungs in Alex. von Minutoli's Denkmaͤlern mittelalterl. Bauk, in den Mar­ken. J. 18 Heft.

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