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Geschichte der Kur- und Hauptstadt Brandenburg von den frühesten bis auf die neuesten Zeiten : Mit Benutzung des Stadt- und Stiftsarchives und anderer gedruckter und ungedruckter Urkunden / Von M. W. Heffter, Königl. Professor und Prorector am Gymnasio zu Brandenburg ...
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Seite
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ein Künfiler hervorgegangen iſt, der ein ſolches Werk zu ſchaf­fen im Stande war. Die Koſten des Baues moͤgen nicht un­bedeutend geweſen fein: fie mögen den Anſchlag übertroffen ha­ben, noch dazu, da man auch im Kleinen für anſtaͤndige Aus­ſchmückung des Gotteshauſes Sorge trug(als z. B. das künſt­liche Schnitzwerk in Holz mit den trefflichen Figuren und Ara­besken an den Chorſtühlen beim Altare(), und die hoͤchſt kunſt­vollen Verſchlingungen der Schloſſerarbeit an den Kirchthüären bezeugt). Darum mag 1401 der Biſchof von Lebus, Johann IV. (1397 1418), noch einen Ablaßbrief allen denen ertheilt ha­ben, welche in der Kirche zu Ehren des Frohnleichnames die Meſſe anhoͤrten und der Bruͤderſchaft desſelben zum Bau und zur Verzierung ihrer Capelle in der Kirche hülfreiche Hand lei­ſteten(2). Naͤchſt dieſem Bau wurde zu gleicher Zeit(1101) eine Reparatur des nahen Schulgebaͤudes vorgenommen und ins­beſondere das Dach reſtaurirt(2). In demſelben Jahre wurde ferner die bis dahin aus Holz gebildet geweſene Rolandsſaͤule in eine ſteinerne umgewandelt(). Dieſe ſteht noch, iſt aus Graz nit gemacht, koloſſal, obwohl eben kein Meiſterwerk der Bild­hauerkunſt: ſie iſt ſteif, unbeholfen und fuͤr ihre Hoͤhe zu ſchlank.

Als Jobſt 1398 die Mark wieder eingeloͤſt hatte, erneuerte er das Jahr darauf allen Staͤdten, auch den beiden Staͤdten Brandenburg, die Privilegien(5), kurz nachher insbeſondere der Altſtadt das Privilegium der Zollfreiheit(1400); ingleichen ver ſicherte er ihnen, fie nicht ferner mit neuen Zoͤllen zu beſchwe ren(5). Solche und ahnliche Maaßregeln halfen aber der Noth ) Eine ſolche Verzierung in Hol; gibt Alex. von Minutoli im a. W. 2) Die Urk. im Stadtarchiv. 3) S. das alte Stadtbuch, darin die Verſe:

Stans schola refecta, miriſice quoque teeta, Cum seribunt Christo quater Cet M., Jota quarto. 4) Auch das bezeugt jenes alte Stadtbuch durch die Verſe: C quater Mque bis ii locabatur forma Rulandi

Brandenburgensis: Augustus dat tibi mensis. Die Zahl hinten an den Lenden der Bildſaͤule iſt dieſelbe, nicht, wie Fincke(a. a. O. S. 12.) u. A. annehmen, 1454. ) S. Fincke a. a. O. S. II. ) S. Gercken Cod. diplom. VI. No. 148.