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behalten. Im Jahre 1400 aber gab er feine Tochter dem Johann von Quitzow zur Gattin, und weil er demſelben eine gewiſſe Summe Geldes zum Brautſchatze ve rſprochen hatte, ſolche aber nicht zahlen konnte, ſo verpfaͤndete er ihm dafuͤr das Schloß Plaue und trat es ihm nachmals gänzlich ab. Zugleich zog ſich Lippold von feinem offentlichen Amte zurück, und Johann von Quitzow ward Statthalter mit großem Vertrauen der Maͤrker, er werde in Abweſenheit des Markgrafen Jobſt zum Gluͤck der Unterthanen die Mark verweſen und feinem Schwiegervater gefolgt fein zu Schutz und Förderung ihres Wohles. Dem war indeſſen nicht fo: er übte Gewaltthaten uͤber Gewaltthaten, und fo wurde er bald wieder abgeſetzt. An ſeine Stelle kam der Biſchof von Lebus, Johann IV.(MM)(I). Johann von Quitzow ſcheint nun ganz beſonders den Brandenburgern feind geweſen zu ſein: er beunruhigte ſie und ihre Staͤdte auf jede nur moͤgliche Weiſe. Als daher. neue Landeshauptmann unter dem 9. Juli die Staͤdte der Mark aufgefordert hatte, Abgeordnete zu ihm nach Berlin zu ſenden, um ſich gemeinſchaftl ich uͤber die Noth des Landes und wie ihr zu ſteuern waͤre, zu berathen, da machte Johann von Quitzow die Umgegend von Brandenburg ſo unſicher, daß der Magiſtrat beider Städte die Abſendung feiner Leute ab— melden mußte, weil man ſo gewaltige Noth litte von Raͤubereien und Plackereien, daß die Buͤrger ſogar auf der Havel und vor den Thoren bei Tag und bei Nacht aufgegriffen und nach Plaue weggefuͤhrt würden; darum ſie ihre Städte nicht verlaſſen duͤrften aus Furcht und aus Angſt. Der Biſchof nr ihnen nur gnaͤdigſt melden, was zu Berlin verhandelt würde zur Abhuͤlfe der Noth des Landes(*). Dieſe Unſicherheit hörte auch im folz genden Jahre(1101) noch nicht auf: da trieb z. B. Johann von Quitzow den Buͤrgern von Brandenburg uͤber die 300 Schweine vor der Neuſtadt hinweg(5).
) S. Wohlbruͤck Geſch. d. Bisth. Lebus. II. S. 28 ff. 98 ff. Fincke 1750. S. 8, gibt die falſche Zahl 1394; denn Johann IV. ward 1397 erſt Biſchof.
2) S. Fincke a. a. O.
3) S. Wuſterwitz.
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