Druckschrift 
Geschichte der Kur- und Hauptstadt Brandenburg von den frühesten bis auf die neuesten Zeiten : Mit Benutzung des Stadt- und Stiftsarchives und anderer gedruckter und ungedruckter Urkunden / Von M. W. Heffter, Königl. Professor und Prorector am Gymnasio zu Brandenburg ...
Entstehung
Seite
247
Einzelbild herunterladen

u"

ihm nach und ſuchte ihn allenthalben. Mittler Weile waren die Brandenburger Bürger von Etlichen gewarnt worden, auf ihrer Hut zu ſein, ſintemal ihre Feinde nicht weit entfernt waͤren. Tage, wo Johann von Quitzow den Herzog ſuchte, ausgezogen und hatten ſich auf dem Acker vor der Altſtadt aufgeſtellt, harrend, ob der Feind kaͤme. Da nun ihr Vortrab etliche Knappen des Johann von Quitzow inne wurde, dachte man, es waͤren die Feinde, und jagte mit Schnelligkeit hinter ihnen her. Als man aber naͤher kam und hoͤrte, daß ſie Quitzowſche wären, ließ man ſie ruhig weiter reiten. Indeſſen kommt Johann von Quitzow ſelbſt mit ſeinen Reitern an und fällt wuͤthend über die Brandenburger her, ſchlaͤgt etliche todt, etliche nimmt er gefangen. Er war nämlich der Meinung, ſie warteten da, den Herzog von Mecklenburg in Empfang zu neh men und aus ſeiner Gefangenſchaft zu befreien. Die Sache klaͤrte ſich aber in kurzem auf, indem der Herzog, der es vor Kalte im Buſche nicht länger aushalten konnte, ſich ſelbſt bei ſeinen Feinden meldete und ſich ihnen wieder überlieferte. In­deſſen vermerkten die Brandenburger doch dieſe Gewaltthat Jo­hanns von Quitzow anfangs ſehr übel und beſchwerten ſich hoͤch­lich darüber: bald nachher aber unterhandelten die Altſtaͤdter mit ihm, daß er ihnen die Gefangenen mit den Pferden und mit allem, was ſie zur Zeit, wo ſie gefangen worden, bei ſich ge­habt hatten, herausgab. Dadurch freilich trennten ſie ihre Sache von der der Neuſtaͤdter, die dies ſehr übel nahmen. Es entſtand dadurch von neuem ein heftiger Zwieſpalt zwiſchen den Bewoh­nern beider Staͤdte dergeſtalt, daß ſie ſelbſt in Geſellſchaften und bei Gelagen gegeneinander loszogen. Es ward noch ſchlimmer, als die Altſtaͤdter dem Johann von Quitzow ſogar Lebensmittel und andere Dinge verkauften und aufs Schloß Plaue zu­führen ließen. Die Neuſtaͤdter hielten es nämlich für Unrecht, dem Feinde ſolchen Vorſchub zu leiſten. Sie brachen demzufolge mit der Nachbarſtadt alle Gemeinſchaft ab und ließen ſogar die Stadtthore verſchließen, ſo daß Niemand von den Bürgern beider Staͤdte ohne Erlaubniß weder ein noch aus konnte. Dieſer Zu­ſtand dauerte bis zum 25. November: da kam Jobſt von der Drewkow hier durch gezogen und wollte

Sie waren auch an dem

Belagerung des Schloſſes