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Geschichte der Kur- und Hauptstadt Brandenburg von den frühesten bis auf die neuesten Zeiten : Mit Benutzung des Stadt- und Stiftsarchives und anderer gedruckter und ungedruckter Urkunden / Von M. W. Heffter, Königl. Professor und Prorector am Gymnasio zu Brandenburg ...
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gen Berlin, Bei diefer Gelegenheit befahl er die geſperrten Thore zu oͤffnen. Der Herzog von Mecklenburg aber blieb in Gefan­genſchaft im Plauer Schloſſe, bis ſich Johann von Quitzow bei­kommen ließ, einen Streifzug ins Mecklenburgiſche zu machen, von Herzog Ulrich gefangen genommen und fuͤr den Herzog Jo­hann ausgeliefert wurde.

So wie die Magdeburger Streifereien in die Mark unter­nahmen, ſo fielen umgekehrt die Marker ins Magdeburgiſche. Das thaten ſie z. B. auch im Jahre 1408, wo der Biſchof von Brandenburg, Henning von Bredow(1407 1413), in Ge­meinſchaft mit Dietrich von Quitzow und andern aus der Mark einen Streifzug ins Nachbarland wagten. Zwar kamen ihnen die Magdeburgiſchen mit einem ſtarken Heere entgegen und trafen mit ihnen beim Dorfe Glinicke unfern Zieſar zuſammen: es ent ſpann ſich ein harter Kampf. Allein die Maͤrker behielten die Oberhand, ſchlugen die Magdeburger in die Flucht und nahmen ihnen in die Hundert gefangen. Das feindliche Panier ſogar kam in die Gewalt Henning Winters und ward in die Katharinen­kirche der Neuſtadt Brandenburg gebracht, wo es noch jetzt hängt, Es ſcheint alſo, daß auch Brandenburger an jenem Zuge Theil genommen haben.

Jobſten aber fehlte es immer an Geld: nicht zufrieden alſo, ſein Land den Verheerungen und der Unſicherheit und allen Schreckniſſen derſelben Preis zu geben, ſchatzte er es auch zu wiederholten Malen, verkaufte eine Gerechtigkeit nach der an dern und verpfaͤndete eine Stadt nach der andern(als 3. B. Rathenow 1408 an Dietrich von Quitzow). Im Jahre 1409 forderte er der Mittelmark eine neue Steuer ab: dem Rathe der Neuſtadt Brandenburg legte er damals 21- hundert Schock Boͤh­miſche Groſchen auf. Die Stände bewilligten ihm die Abgabe; nur beide Staͤdte Brandenburg, Briezen und Belitz widerſetzten ſich anfangs in Betracht, daß Jobſt 6 Jahre vorher eine gleiche Steuer ausgeſchrieben haͤtte mit dem Verſprechen, fuͤr die Summe die verſetzten Schloͤſſer und Staͤdte wieder einzuloͤſen; dies waͤre aber nicht geſchehen, ſondern ſobald der Markgraf das Geld in Händen gehabt, wäre er damit nach Mähren gezogen. Am Ende entſchloſſen ſie ſich aber doch, die ihnen auferlegte Summe zu