der letztern überzutreten, bewies er den erſtern, wie noͤthig eine Reform der Kirche wäre, wie ſehr er fie ſelbſt wuͤnſchte und ſuchte, und wie er als Herr ſeines Landes nicht abgeneigt waͤre, ſich ſogar für befugt hielte, daſelbſt auch die geiſtlichen Angelegenheiten nach ſeinem beſten Ermeſſen zu ordnen. In der letztern Beziehung legte er gleich nach dem Tode ſeines Vaters eine ziemlich deutliche Probe ab. Er wüͤnſchte für fein fuͤrſtliches Haus in Berlin ſelbſt ein Begraͤbniß zu haben: das Kloſter Lehnin, wo feine Vorgaͤnger ruhten, war ſehr fern und erſchien bei der wahrſcheinlichen baldigen Aufhebung desſelben fuͤr die Todten keine friedliche Staͤtte mehr zu ſein. Er erkor hierzu die Kloſterkirche der Dominicaner in Coͤln in der Nähe des kurfuͤrſtlichen Schloſſes. Ohne Weiteres ließ er alſo die Moͤnche— es waren ihrer fünf, oder ſechs— das Kloſter raͤumen, zog es ein, ließ die Altaͤre aus der Kirche ſchaffen und machte ſelbige zu einer Domkirche und zum Begraͤbnißorte feiner Familie. Jene aber, die Moͤnche, verſetzte er hierher nach Brandenburg in das leer ſtehende Paulinerkloſter(). Nachmals geſtattete er auch (ſchon ſeit 1535) denjenigen Adligen und denjenigen Städten, welche ihn darum erſuchten, evangeliſche Prediger anzuſtellen oder die bereits angeſtellten nach proteſtantiſcher Weiſe predigen zu laſſen. Wer ihn bei dieſen und aͤhnlichen reformatoriſchen Maßregeln mit gutem Willen entgegen kam, mit Rath und That zur Hand ging, war der treffliche Matthias von Jagow, der, obwohl katholiſcher Seits ſo hoch geſtellt, doch aufgeklaͤrt und redlich genug war, dem neuen Lichte nicht zu wehren ſondern vielmehr Bahn zu machen. Er erlaubte den Geiſtlichen feines Sprengels, wo man es verlangte, das Abendmahl unter beiderlei Geſtalt zu reichen, gönnte ihnen ſelbſt die Ehe und verſtattete auch wohl, allerhand Ceremonien, welche nicht in der heiligen Schrift begründet und geboten ſind, abzuſchaffen und proteſtantiſch zu predigen. Ein Beleg hierzu liefert unſere Neuſtadt Brandenburg. Hier wuͤnſchte man von Seiten der Burger hinſichtlich der Predigten und der kirchlichen Gebraͤuche ſehnlichſt eine Veraͤnderung. Der Magiſtrat kam ſolchem Verlangen entgegen und
S. Fidiein III. S. 151 f. Schaͤffer S. 46. Not.