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die Rede geweſen, nie von Gewinn. Das angelegte Geld ging verloren.— Um den eingeriſſenen Aufwand bei Verlobungen und Hochzeiten zu beſchraͤnken, wurde 1561 von Seiten des Magiſtrates in beiden Staͤdten eine Verordnung publicirt; in dieſer ward unter andern geboten, daß bei den erſtern nicht mehr als 2 Tiſche voll Gaͤſte fein ſollten, daß die Jungfrauen und Jung— geſellen 8 Tage vor der Hochzeit gebeten werden müßten u. ſ. f. Ein nicht unintereſſanter Beitrag zur Charakteriſtik der damali—gen Zeit!
Aus dieſen Jahren haben wir auch die erſte gleichzeitige Bez ſchreibung Brandenburgs von dem damals lebenden aus der Altſtadt gebürtigen berühmten Sabinus. Sie if freilich eigentlich nur ein Entwurf: der Verfaſſer hat ſie ohne Zweifel ſpaͤter umarbeiten wollen, darum if fie dürftig, Er preiſt darin unſere Stadt von Seiten der merkwürdigen Domkirche, erwaͤhnt des Rolandes und des Schoͤppenſtuhles, der da Recht ſpraͤche nach Brandenburgiſchem Rechte, beſchreibt die Marienkirche u. ſ. w.
1562 verlieh der Kurfuͤrſt der Neuſtadt einen neuen Jahrund Viehmarkt(auf Oculi und auf den Donnerstag nach Matthaͤi) und gab der Altſtadt die Verſicherung, daß wenn oͤffentliche Verhandlungen der Maͤrkiſchen Stände nach Bran— denburg angeordnet würden, dieſe immer in der Altſtadt gehal— ten werden ſollten, und 1564 verlieh er derſelben das Recht, daß zur Aufnahme des Handels und Verkehrs eine Niederlage an der Langen Bruͤcke oder am Grauen Kloſter, oder am Waſſerthore oder wo es ſonſt am gelegenſten ſchiene, mit dem Nieder— lags⸗- oder Stapelrechte eingerichtet werden konnte. Doch ſcheinen die Altſtaͤdter von dieſer Verguͤnſtigung keinen Gebrauch gemacht zu haben; wenigſtens iſt nicht bekannt, daß fie je ein ſolch Ge: baͤude errichtet. In der Neuſtadt wurde 1566 der Rathhausthurm aufgefuͤhrt. Dieſes Jahr iſt auch darum bemerkenswerth, daß es im Fruͤhjahre unſerer Stadt eine fo große uͤberſchwem— mung brachte, wie ſie ſeit Menſchen Gedenken nicht geweſen war. Die Havel ſchwoll dermaßen an, daß fie alle D.amme und Brücken vor dem St. Annen- und Steinthore fortriß. Mit Mühe wurde der Damm vor dem Muͤhlenthore gerettet. Die Folge dieſer üuͤberſchwemmung war eine anſteckende Krankheit, die