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Geschichte der Kur- und Hauptstadt Brandenburg von den frühesten bis auf die neuesten Zeiten : Mit Benutzung des Stadt- und Stiftsarchives und anderer gedruckter und ungedruckter Urkunden / Von M. W. Heffter, Königl. Professor und Prorector am Gymnasio zu Brandenburg ...
Entstehung
Seite
388
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Einen neuen Beweis landesherrlicher Fürforge für die ſtaͤdti­ſchen Angelegenheiten gab Friedrich Wilhelm J. im Jahre 1718 durch das Gebot, daß die Archive und Regiſtraturen hierſelbſt in eine beſſere Ordnung gebracht, und darauf gehalten werden ſollte, daß nichts davon abhanden kaͤme. In Folge deſſen wur­den von dem alt⸗ und neuſtaͤdtiſchen Archive genaue Repertorien aufgenommen, welche noch vorhanden ſind.

Der Herr von Strantz ließ auch jetzt nicht ab, ſeine Wohl­thaͤtigkeit der Saldernſchen Schule zuzuwenden. 1717 ließ er für die adligen Stipendiaten daſelbſt einen Officier und Natio­nalfranzoſen kommen, der mit jenen zuſammenwohnen, ſie im Franzoͤſiſchen unterrichten und üben, die Franzoͤſiſchen Zeitungen mit ihnen leſen ſollte u. ſ. w. 1718 ließ er die Lehrzimmer der beiden oberſten Claſſen auf ſeine Koſten ausweißen, neue Fen­ſter machen, Tiſche und Bänke in guten Stand bringen und das nahe der Superintendentur gelegene Seitengebaͤude erneuern, auch in der St. Gotthardskirche ein neues Schuülerchor bauen. Na­türlich gewann die Schule dadurch neuen Aufſchwung: insbe­ſondere fanden ſich wieder viele Adlige ein. Je mehr aber dies en die Domherren bedacht, ihre Ritterſchule emporzubringen. Sie wandten ſich an den Konig: er lieh ihren Bitten ein williges Ohr und ſchenkte 1722 der An­ſtalt ein Capital von 11000 Thalern, befahl auch in einem oͤf­fentlichen Erlaſſe, daß die adligen Vaſallen ihre Soͤhne in keine | andere als in dieſe Schule ſchicken ſollten, und verſprach, daß diejenigen, welche auf derſelben fleißig ſtudirt hatten und davon Zeugniſſe aufweiſen konnten, vor Andern in den koͤniglichen Lan­den befördert werden ſollten. So kam nun dieſe Anſtalt in Flor. Für die Saldria aber war der koͤnigliche Machtſpruch ein Todes­die Stipendia von Magde­

geſchahe, um ſo eifriger war

ſtoß: die Stipendiaten blieben weg; burg konnten nicht mehr bezogen werden u. ſ. w. 20 wurde, wahrſcheinlich als man es aufgege­

Im Jahre 17 ben hatte, ein neues Rathhaus zwiſchen beiden Staͤdten zu bauen, das neuſtaͤdtiſche außen angeſtrichen. Bei der Gelegenheit iſt unſere Stadt um ein Paar alte Denkmäler der Malerei gekom­men. Das eine auf einer angehefteten Tafel ſtellte vor den ſchoͤnen Wunſch aus Pſ. 85. B. 11. Daß Güte und Treue