Heft 
(1956) 11
Seite
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rührung kamen, ist eine große und dankbare Aufgabe der Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft. Das soll auch gleichzeitig eine kritische Bemerkung sein, es ist die schwächste Seite unserer Arbeit noch nicht alle Mit­glieder sehen es als ihre Aufgabe an, so viel Menschen wie möglich für die Kunst zu begeistern. Letzten Endes soll ja unsere Arbeit nicht in einem Ästhetentum vergangener Zeiten gipfeln, sondern eine lebendige Verbin­dung zum Volke schaffen, aus dem wir kommen und für das wir arbeiten.

Zeichnung: K. H. Kuhn

Doch bin ich der Meinung, daß diese Überzeugung und Tätigkeit mehr und mehr Raum gewinnen wird mit der Festigung des eigenen Wissens und der erworbenen Fähigkeiten der Mitglieder unserer Gemeinschaft.

In geschmackbildender Hinsicht kommt der Zeichen- und Malarbeit eine große Bedeutung zu. Die Dinge richtig zu sehen (ich meine die uns um­gebenden Gegenstände, Mensch, Tier und Landschaft) bedeutet gleichzeitig Kampf gegen Kitsch und Geschmacklosigkeit, die uns jetzt leider noch auf Schritt und Tritt begegnen. So war auch der Artikel eines unserer Mit­glieder über dieses Thema in dieser Zeitschrift zu verstehen.

So kann also eine Gemeinschaft von Menschen, und sei sie noch so klein, die aber beseelt ist von dem Willen, mitzuhelfen an der schönen Aufgabe der Erziehung und Vervollkommnung der Menschen, Großes leisten.

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